Berlin: Großer Andrang bei der Gesprächsrunde über die Zukunft des Buches

Zoë Beck, Lorenz Borsche, Boris Langendorf

Die Tucholsky-Buchhandlung in Berlin-Mitte platzte gestern Abend aus allen Nähten, als es in einer Diskussionsrunde um die Frage „Wie groß ist die Zukunft des Buches?“ ging (s. unser Sonntagsgespräch [mehr…]). Auch auf dem Podium wurde es eng. Moderiert von Jörg Braunsdorf und Gesine von Prittwitz bezogen sieben Branchenexperten Stellung [mehr…].

Die Idee zu einem Gespräch über die Brennpunkte der Branche kam Jörg Braunsdorf schon vor anderthalb Jahren, als er sich über eine Diskussion in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion geärgert hatte. Zwar hatten Kulturstaatsministerin Monika Grütters und der neue Berliner Kulturstaatssekretär Tim Renner aus terminlichen Gründen ihre Teilnahme abgesagt, doch Braunsdorf konnte für gestern Abend Siegmund Ehrmann, SPD-Abgeordneter und Vorsitzender des Bundestagsausschusses für Kultur und Medien, gewinnen.

Zusätzlich aufgerüttelt hatten Braunsdorf die Buchhändlergespräche von Gesine von Prittwitz auf SteglitzMind und Daniel Leisegangs Buch Amazon – Das Buch als Beute (Schmetterling Verlag), das ein eher pessimistisches Zukunftsszenario zeichnet.

Als Alternative zu Amazon stellte Lorenz Borsche, Vorstand der eBuch Genossenschaft, dem überwiegend aus Branchenteilnehmern bestehenden Publikum seine neue Initiative Genialokal vor [mehr…]. Und Stefan Weidle, Vorstandsvorsitzender der Kurt Wolff Stiftung, kündigte eine gemeinsame Internetplattform der deutschsprachigen unabhängigen Verlage an, die unabhängige Buchhandlungen unterstützen soll und zur Leipziger Buchmesse 2015 an den Start gehen wird.

Die Autorin und CulturBooks Verlegerin Zoë Beck plädierte einmal mehr für die Gleichbehandlung von gedrucktem Buch und E-Book. Sie bemühe sich um Aufklärungsarbeit, um Berührungsängste bei den Buchhändlern abzubauen, sagte sie. Unterstützung bekam sie von Siegmund Ehrmann: „Beide Formate sind ein Kulturgut und sollten rechtlich gleich behandelt werden.“

Da man auch in zwei Stunden die brennenden Themen wie das Kondtionengefüge bei Amazon, die Bedrohung durch die Digitalisierung, eine staatliche Förderung des unabhängigen Buchhandels, die drohende Verödung der Innenstädte und die Mietentwicklung nur anreißen konnte, blieb genügend Gesprächsstoff für den weiteren Abend.

Und einen Erfolg konnte Jörg Braunsdorf gestern Abend schon verbuchen: Siegmund Ehrmann versprach, sich verstärkt für die Belange der Branche einzusetzen und Gespräche mit der Politik zu initiieren. Allen, die wissen wollen, wie es weitergeht, empfahl Braunsdorf den Klick auf SteglitzMind http://steglitzmind.wordpress.com/.

ml

Kommentare (0)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.