Berlin: Ein Fest für James Joyce in der Botschaft Irlands

James Joyce and Bloomsday in Words and Music lautete das Motto eines Festes zu dem Dan Mulhall, der Botschafter Irlands in Berlin am vergangenen Freitag eingeladen hatte. Ulrich Störiko-Blume (Foto) stellte eine kleine Sensation vor: ein Kinderbuch von James Joyce.

Ulrich Störiko-Blume

In der Mendelssohn-Remise in der Nähe des Berliner Gendarmenmarkts tarfen sich zahlreiche Besucher, die anlässlich des Bloomsdays James Joyce‘ Ulysses feiern wollten, dessen Handlung sich auf einen einzigen Tag beschränkt, den 16. Juni 1904. „Das Ereignis feiern Joyce-Liebhaber weltweit als Bloomsday“, erklärte der Botschafter, der neben der Schauspielerin Dulcie Smart und dem Übersetzer Hans Christian Oeser selbst Passagen aus Ulysses las. Ulrich Störiko-Blume, Verlagsleiter Kinder- & Jugendbuch beim Hanser Verlag, hatte eine kleinen Sensation mitgebracht: einen bisher unbekannten Text von James Joyce. Im vergangenen Jahr konnte er sich die Rechte an dem Kinderbuch sichern, das am 29. Juli unter dem Titel Die Katzen von Kopenhagen in den Handel kommt.

In der Botschaft stellte er das Buch zum ersten Mal öffentlich vor und zeigte dazu auf der Leinwand die farbenfrohen Illustrationen von Wolf Erlbruch. Für die Übersetzung aus dem Englischen konnte der Verlag Harry Rowohlt gewinnen. „Er hat den Text genial übersetzt“, freute sich Störiko-Blume.

Die Katzengeschichte, die sich Joyce für seien vierjährigen Enkel Stephen ausgedacht hat, wurde im letzten Jahr in Irland in einer exklusiven Kleinauflage erstmals veröffentlicht. Es handelt sich um einen Brief, den Joyce, der Dänemark und die Dänen sehr mochte, aus Kopenhagen an seinen Enkel schrieb. „Es gibt jede Menge Fisch und Fahrräder, aber es gibt keine Katzen“, schrieb Joyce. Damit meinte er mit Süßigkeiten gefüllte Katzen, die damals in Irland ein beliebtes Geschenk waren.

Das Publikum war begeistert. Ebenso wie der Übersetzer Harry Rowohlt. Der habe Störiko-Blume auf dessen Anfrage so geantwortet: „Mit Freuden unterbreche ich die Arbeit an einem anderen irischen Zeilenschinder, … um mein 175. Buch zu übersetzen.“

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