AWS-Tagung in Potsdam gestartet – Heinrich Riethmüller will nicht mehr als Vorsitzender kandidieren – Suche nach Nachfolger gestaltet sich schwierig

Gestern wurde der erste Tag der AWS-Tagung 2006 in Potsdam beendet. Spannender als die Vorträge des Nachmittags war die geschlossene Mitgliederversammlung am Vormitag.

Darin hat Heinrich Riethmüller, Vorsitzender der AWS, nun mehr offiziell angekündigt, bei den nächsten Vorstandswahlen nicht mehr für das Amt des Vorsitzenden zu kandidieren. Die Suche nach einem Nachfolger gestaltet sich indes schwierig, da sich dem Vernehmen nach noch kein potentieller Kandidat gefunden hat. In der Mitgliederversammlung wurde ohne Ergebnis darüber diskutiert, so dass man sich auf den späteren Abend vertagen musste, wo allerdings ebenfalls keine Entscheidung fiel.

Wie zu hören war, wird angestrebt, beim AWS-Vorsitz einen Generationenwechsel zu vollziehen, gleichwohl scheint sich noch keines der jüngeren Mitglieder bereit gefunden zu haben, in die Verbandsarbeit einzusteigen. Gegenstand heftiger Diskussionen war auch die zukünftige Ausrichtung der AWS.

Fakt ist offensichtlich, dass es innerhalb der AWS zu einer Generationendiskussion gekommen ist, die darin gipfelt, dass sich bis zu den kommenden Vorstandswahlen ein Kandidat aus der jüngeren Generation für den AWS-Vorsitz zur Verfügung stellen soll. Wer das sein könnte (und möchte) steht allerdings noch in den Sternen, substantiell dazu äußern mochte sich am ersten Tag der Tagung keiner der Beteiligten.

Die AWS stößt damit in bemerkenswerter Art und Weise eine Diskussion an, die alle Verbandsgremien zukünftig beschäftigen muss: einerseits muss es einen Generationenwechsel in den Vorstandsämtern geben, zum anderen muss man sich damit beschäftigen, dass es immer weniger unabhängige Sortimenter gibt, die ein solches Amt ausfüllen können und wollen. Damit einher geht also auch eine notwendige Neudefiniton der Aufgaben der AWS, die seit geraumer Zeit mit den Auswirkungen der Konzentrationsprozesse im Fachbuchbereich zu kämpfen hat.

Am Nachmittag warf Prof. Marius Dannenberg einen Blick in die elektronische Zukunft des Verlagswesens, und Prof. Paul Nolte erläuterte seinen jüngst geprägten Begriff der „Riskanten Moderne“.

MK/CT

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