Büchergilde Gutenberg: 85 Jahre Lesekultur

Borges‘ Bibliothek von Basel,
erschienen in der Büchergilde Gutenberg

Jens Sparschuhs Reisegeschichte Waldwärts faszinierte Dr. Sabine Homilius, Leiterin der Stadtbücherei Frankfurt, so sehr, dass sie für dieses Buch Mitglied der Büchergilde Gutenberg wurde. Dazu erhielt sie als „Morgengabe“ Ernst Jandls Aus dem wirklichen Leben mit Grafiken von Hans Ticha.

Mit dieser Einführung begrüßte Sabine Homilius die Gäste, unter ihnen war der erwähnte Grafiker Hans Ticha, der Grafiker Bernhard Jäger sowie der heutige Geschäftführer der Büchergilde, Mario Früh, gestern Abend zur Eröffnung der Ausstellung 85 Jahre Büchergilde Gutenberg in der Frankfurter Zentralbibliothek.

Gegründet wurde die Büchergilde Gutenberg am 29. August 1924 vom Bildungsverband der deutschen Buchdrucker als gewerkschaftliche Einrichtung. Der Vorsitzende des Bildungsverbandes, Bruno Dreßler, war auch ihr erster Geschäftsführer. Ziel war es, unterprivilegierten Arbeitern den Zugang zu Bildung in Form von handwerklich gekonnt hergestellten Büchern zu erleichtern.

Genau dieses Anliegen dokumentiert die Exposition, die noch bis zum 6. November im Foyer der Zentralbibliothek zu sehen ist, auf neun Tafeln mit ausgewählten Büchern, darunter viele, die Auszeichnungen erhielten. Außerdem erhält der Besucher Einblicke in das wechselvolle Schicksal der Buchgemeinschaft.

Die Frankfurter Stadträtin Dr. Ursula Fechter wies in ihrer Grußbotschaft des Magistrats darauf hin, dass die Büchergilde Gutenberg seit 1947 in Frankfurt beheimatet ist und sagte: „Darauf sind wir stolz.“

Uta Schneider Geschäftsführerin der Stiftung Buchkunst, würdigte anhand schön gestalteter und meist preisgekrönter Ausgaben das Bestreben der Büchergilde, beste Printprodukte herzustellen, angefangen vom ersten Buch, Mark Twains Mit heiteren Augen über Gogols Die toten Seelen mit Federzeichnungen von Josef Hegenbarth bis zu Jorge Luis BorgesBibliothek von Babel, deren Umschläge Bernhard Jäger gestaltete.

Im Anschluss las Jochen Nix Texte von Kurt Tucholsky, die trotz ihres Alters von überraschender Aktualität waren.

Die Gäste konnten nach der Eröffnung schöne Ausgaben der Büchergilde Gutenberg am Büchertisch erwerben und der Buchgemeinschaft beitreten.

JF

Kommentare (0)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.