Anatoly N. Tkachuk präsentierte „Ich war im Sarkophag von Tschernobyl“

Im Haus der Bundespressekonferenz in Berlin präsentierte Anatoly N. Tkachuk (Foto) heute Mittag sein Buch Ich war im Sarkophag von Tschernobyl (Styria), das ab heute im Handel ist.

Verlegerin Gerda Schaffelhofer bedankte sich für das Vertrauen des heute 61-jährigen Autors. Es sei eine Auszeichnung, dass das Buch in ihrem Verlag erscheinen kann. Als Sicherheitsoffizier war Anatoly N. Tkachuk einer von vier Männern, die sich vor fast 25 Jahren in das Innere des Sarkophags von Tschernobyl – einer Betonhülle über der Kraftwerksruine – begaben, um den Zustand des Reaktors zu erforschen. Anatoly N. Tkachuk hat als einziger überlebt. Reinhard Deutsch, der das Buch übersetzt und für den deutschsprachigen Markt aufbereitet hat, sprach von der bitteren Ironie des Schicksals. Die Prophezeiung des Buches, man möge Verantwortung ergreifen, habe durch die Katastrophe in Japan besondere Aktualität erlangt.

Dass er seinen „Bericht des Überlebenden“ in der dritten Person geschrieben hat, will Anatoly N. Tkachuk als Kunstgriff verstanden wissen. Er wolle die Atmosphäre einfangen und zeigen, wie sich die Menschen verhalten haben. Daher seien auch die Namen in dem Buch geändert.

Der Autor, der heute in der Wirtschaft tätig ist, will aber nicht nur zurückschauen, er will auch den Blick für die Gefahren der Kernenergie schärfen. Gefährlich werde es dort, wo der Faktor Mensch versagt. „Wenn ein Reaktor explodiert, ist der Mensch nicht in der Lage, die Folgen zu beseitigen“, sagte er. Auch Tschernobyl brenne noch immer. Daher hat er seinem Buch die Worte von Nobelpreisträger Andrei Dmitrijewitsch Sacharow vorangestellt. „Der Fortschritt ist nur unter Kontrolle der Vernunft möglich und sicher.“ Es komme darauf an, alternative Energiequellen zu finden, damit wir die Welt sicherer machen, so Anatoly N. Tkachuk, der sich anschließend auf den Weg nach Köln machte, wo er heute Abend bei STERN-TV [mehr…] zu Gast ist.

ML

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