24.000 Besucher beim 11. Internationalen Literaturfestival Berlin

Mit einem Konzert der polnischen Jazzsängerin Aga Zaryan ging am Samstag das 11. Internationale Literaturfestival Berlin (ilb) zu Ende. Die Künstlerin interpretierte zum Abschluss Gedichte des polnischen Literaturnobelpreisträgers Czesław Miłosz.

Die Veranstalter ziehen insgesamt eine positive Bilanz des Festivals, wenn auch die Besucherzahlen bei einigen Veranstaltungen auf der großen Bühne ihre Erwartungen nicht ganz erfüllten. Vor allem zu den Lesungen renommierter englischsprachiger Autoren wie Antonia S. Byatt, DBC Pierre, Irvine Welsh und Patricia Cornwell kamen mit jeweils rund 150 Besuchern weniger Gäste als erwartet. Das mag an der Veranstaltungsdichte in Berlin liegen. Festivalleiter Ulrich Schreiber sieht noch eine andere Ursache. „Es gehörte bisher zum Selbstverständnis des Festivals große Autoren nicht besonders herauszustellen“, sagte er. „Wir werden die Abendveranstaltung künftig stärker bewerben.“

Das Haus der Berliner Festspiele erwies sich wieder einmal als idealer Veranstaltungsort. Insgesamt kamen rund 24.000 Besucher um die Autoren aus aller Welt hautnah zu erleben. Die Sparte Internationale Kinder- und Jugendliteratur, die erstmals Christoph Peter verantwortete, erwies sich auch in diesem Jahr als Publikumsmagnet. Mehr als 700 begeisterte Gäste verfolgten allein die Grüffelo-Show von Axel Scheffler und Julia Donaldson. Zu den Lieblingen des Publikums gehörte auch Finn-Ole Heinrich mit seinem Buch Frerk, du Zwerg. Bloomsbury feierte das Erscheinen des Buches, das die isländische Künstlerin Rán Flygering illustriert hat, im Rahmen des Festivals mit einer Party im Autorenzelt.

Auch Autoren wie François Place, Jenny Valentine, Morris Gleitzmann, Kitty Crowther, Frida Nilsson und Robert Williams sorgten für ein volles Haus. Einer der vielen Höhepunkte dieser Sparte war die Präsentation der Graphic-Novel Zarah’s Paradise von Amir und Khalal aus dem Knesebeck Verlag. Der deutsch-iranische Künstler Hamed Eshrat stellte das Buch über die Grüne Revolution im Iran und die Suche einer Mutter nach ihrem Sohn im Gespräch mit der Moderatorin Shelly Kupferberg vor. Amir und Khalil, die heute in Kalifornien leben und unter Pseudonym schreiben, konnten nicht selbst nach Berlin reisen, da sie aus politischen Gründen anonym bleiben müssen. Ein bewegender Moment war dann die Lifeschaltung zu Amir und Khalil, die nachts um drei vor dem PC saßen, um die Fragen der deutschen Schüler zu beantworten. Ein Erlebnis für alle Beteiligten.

Auch im nächsten Jahr sollten sich die Literaturfreunde im Herbst ihren Terminkalender freihalten. Dann findet das Festival vom 5. bis zum 15. September 2012 wieder im Haus der Berliner Festspiele statt. Gemeinsam mit Thomas Böhm, der bereits in diesem Dezember sein Amt als neuer Programmleiter des Literaturfestivals antritt, will Ulrich Schreiber wieder ein vielfältiges und anspruchsvolles Programm gestalten. Erstmals soll es mit „Kunst und Literatur“ einen thematischen Schwerpunkt geben.

Auch Christoph Peter kündigt eine Neuerung seiner Programmsparte an. „Kinder- und Jugendlyrik, die sich auf dem Buchmarkt schwertut, soll künftig mehr Raum geboten werden.“

ML

Informationen und Fotos unter www.literaturfestival.com

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