Börsenverein Rechtsthemen im Mittelpunkt der gemeinsamen Sitzung der Fachausschüsse

Heute trafen sich in Frankfurt die drei Fachausschüsse und Vertreter der 19 Interessengruppen des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels zu ihrer nichtöffentlichen gemeinsamen Sitzung.

In einem kurzen Pressegespräch berichteten Nadja Kneissler, Verleger-Ausschuss, Jan Orthey, Sortimenter-Ausschuss, Stefan Könemann, Ausschuss für den Zwischenbuchhandel, Kyra Dreher, Geschäftsführerin der Fachausschüsse, und Thomas Koch, Pressesprecher des Börsenvereins, über Schwerpunkte der Tagung.

Jan Orthey, Nadja Kneissler

Kneissler verwies auf den Entwurf des Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetzes, über dessen Stand Justitiar Christian Sprang auf der Sitzung informierte. Die Vorlage soll am 18. Mai 2017 im Bundestag beraten werden. „Wir wollen die Zeit bis dahin nutzen, viele Entscheider nochmals direkt ansprechen und auf die schädlichen Auswirkungen für wissenschaftliche Verlage hinweisen.“ Koch fügte hinzu: „Das Gesetzt soll noch in der bestehenden Legislaturperiode durchgebracht werden, dafür stehen nach dem 18. Mai nur noch vier Sitzungswochen zur Verfügung. Wir werden die Haltung des Börsenvereins veröffentlichen.“

Thomas Koch, Stefan Könemann, Kyra Dreher

Außerdem ging es um Affiliate-Programme. „Sie sind eine große Bedrohung für die Buchpreisbindung“, unterstrich Orthey. Die Politik sei gefragt, hier entsprechende Regularien zu schaffen.

Diskutiert wurde auch ein von Thomas Betz eingebrachter Vorschlag für eine mögliche Änderung der Verkehrsordnung des Börsenvereins, der jedoch nach Prüfung durch einen Steuerberater abgelehnt wurde. „Das Thema E-Bundles ist zu exotisch, in möglichen Konfliktfällen sollten alle beteiligten Handelsstufen einen Konsens erreichen und sich den Schaden teilen“, erklärte Könemann.

Hinsichtlich des Datenaustauschs sagte Kneissler, dass die „Verlage positiver gestimmt seien, weil aussagekräftige Daten geliefert werden“. Die einjährige Pause, die der Börsenverein bei der Meldung von Marktdaten gemacht hat, ist vom Tisch. Durch die neue Kooperation mit Media Control und die fortgesetzte Zusammenarbeit mit GfK Entertainment können Börsenverein und MVB wieder umfangreiche Buchdaten melden, erklärte Koch.

„Die neue Interessengruppe Produktmetadaten hat sich vorgestellt“, ergänzte Könemann. Ihr gehören über 60 Mitglieder aus den großen Barsortimenten, den Verlagen, dem Zwischenbuchhandel und als ständige Gäste Vertreter der MVB sowie der Deutschen Nationalbibliothek an. „Die 20. Interessengruppe ist in Arbeit, allein im vergangenen Jahr gründeten sich sechs neue Interessengruppen“, setzte Dreher hinzu.

„Vor der Hauptversammlung des Börsenvereins wird ein Jahresbericht erscheinen, in dem die Interessengruppen vorgestellt werden“, informierte Koch.

Insgesamt unterstrichen alle Gesprächspartner, dass die gemeinsamen Sitzungen gut ankämen, dieses Format gut bewertet werde und eine bessere Alternative zum Branchenparlament darstelle. „Es geht dabei nicht nur um Beschlüsse, sondern um den gegenseitigen Austausch“, sagte Könemann. „Und die Offenheit ist größer, wenn die Presse nicht dabei ist“, bemerkte Orthey.

Um so wichtiger ist es, dass sich die Branchenvertreter trotzdem Zeit nahmen, um die Medien über den aktuellen Stand der Dinge zu informieren – erklärten die Journalisten.

JF

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