Auszeichnungen Mara-Cassens-Preis 2017 für Sasha Marianna Salzmann

Mit ihrem Roman Außer sich, 2017 bei Suhrkamp erschienen, gewinnt die in Berlin und Istanbul lebende Autorin Sasha Marianna Salzmann den mit 15.000 Euro dotierten Mara-Cassens-Preis des Literaturhauses Hamburg.

In der Begründung der Jury heißt es:“Sasha Marianna Salzmann hat mit ›Außer sich‹ ein in tiefster Weise provozierendes Romandebüt vorgelegt, das im besten Sinne anstrengend zu lesen ist. Dabei entwickelt es eine Dringlichkeit und ein Tempo, denen sich zu entziehen kaum möglich ist. Mit erfrischender Dreistigkeit stellt die junge Autorin alles, was immer klar zu sein schien, infrage. Virtuos jagt sie ihre Hauptfigur durch Istanbul und ein Kaleidoskop zwischenmenschlicher Beziehungen, in dem sich Lebens- und Identitätsbruchstücke Seite für Seite aus bunten Bausteinen immer neu zusammensetzen lassen. Bilder ohne jegliches Idyll und Klischee entstehen. Auch in den Rückblenden lässt sie den Leser spüren, dass die Fetzen, aus denen Erinnerung besteht, nie ein verlässliches Ganzes ergeben werden. Sasha Marianna Salzmann gewährt ihrer Protagonistin große innere Freiheit und Lust am Leben. Der Roman bringt den Leser dazu, eindeutige Kategorien zu verwerfen. Vielschichtig, abgründig, unangepasst, mutig. Von dieser Buchautorin würden wir gerne mehr hören.“

Die Preisverleihung findet am Dienstag, 16. Januar 2018, im Literaturhaus Hamburg statt. Die Laudatio hält Christoph Schröder.

Der Mara-Cassens-Preis, der seit 1970 verliehen wird, ist mit 15.000 Euro der höchstdotierte Preis für einen deutschsprachigen Debütroman. Er ist der einzige Literaturpreis, der von einer Leserjury vergeben wird. 15 Mitglieder des Literaturhaus e.V. bilden die ehrenamtliche Jury.

Die Auszeichnung soll Autorinnen und Autoren ermöglichen, „sich für eine gewisse Zeit ganz dem Schreiben zu widmen“, so der Wunsch der im August 2015 verstorbenen Stifterin. Im Gedenken an Mara Cassens und ihr Wirken für die Literatur stiftet die Mara und Holger Cassens Stiftung den Preis weiterhin jährlich. Preisträger der letzten Jahre sind Regina Scheer (2014), Verena Boos (2015) und Katharina Winkler (2016).

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