Die erste Autorin, die den Preis für einen Gedichtband erhält und in Deutschland lebt LiBeraturpreis 2020 geht an Lina Atfah

Lina Atfah © Osman Yousufi

Lina Atfah erhält den LiBeraturpreis für Das Buch von der fehlenden Ankunft, aus dem Arabischen übersetzt von Suleman Taufiq, Dorothea Grünzweig, Mahmoud Hassanein, Brigitte Oleschinski, Hellmuth Opitz, Christoph Peters, Annika Reich, Joachim Sartorius, Mustafa Slaiman, Julia Trompeter, Jan Wagner, Kerstin Wilch, Osman Yousufi, erschienen im Pendragon Verlag. Damit ist sie die erste Autorin, die den LiBeraturpreis für einen Gedichtband erhält. Und die erste, die in Deutschland lebt: Sie flüchtete 2014 aus Syrien und lebt heute in Herne. Das öffentliche Online-Voting im Zeitraum vom 28. Juni bis 7. Juli hat die Autorin klar für sich entschieden. Sie erhält ein Preisgeld von 3.000 Euro. Die Preisverleihung findet am 16. Oktober in Frankfurt statt.

Aufgrund der Corona-Pandemie konnte die Kick Off Veranstaltung im Haus am Dom in Frankfurt nicht stattfinden. Stattdessen stellte Weltempfänger-Jurorin und Literaturkritikerin Claudia Kramatschek das Buch in einem Online-Video vor: „Was bedeutet es, aus der Heimat und der Muttersprache geworfen zu sein? Nicht zuletzt auf diese Frage gibt der Band auf so intensive wie hochkomplexe Weise Auskunft.“
„Es war eine große Ehre für einen solchen Preis nominiert zu werden und jetzt den Preis zu erhalten“, sagt Lina Atfah.
Lina Atfah, 1989 in Syrien geboren, studierte in Damaskus arabische Literatur. 2006 wurde sie beschuldigt, Gotteslästerung begangen und den Staat beleidigt zu haben. Nach mehreren Drohungen der Sicherheitsbehörden erhielt sie 2014 die Erlaubnis, das Land zu verlassen und kam über den Libanon nach Deutschland.
Der LiBeraturpreis ist eine jährliche Auszeichnung für Autorinnen aus dem Globalen Süden. Er wurde 1987 wurde von der Initiative LiBeraturpreis e.V. ins Leben gerufen und wird seit 2013 von Litprom organisiert.

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