Nancy McKinstry bringt Wolters Kluwer auf Kurs – Lesetipp aus der „WELT“

Bei Wolters Kluwer tut sich was, lesen wir heute in der „WELT“: Nancy McKinstry, einzige weibliche Vorstandschefin in den großen niederländischen Konzernen, muss Wolters Kluwer wieder auf Kurs bringen. Die 44-Jährige, die die Leitung in der Amsterdamer Wolters-Kluwer-Zentrale im vergangenen September von dem Rob Pieterse übernommen hatte, setzt dabei zunächst auf Konsolidierung, Kosteneinsparungen und eine bessere Integration des großen, unstrukturierten Verlagsnetzes. Heute sagt sie in der „WELT“: „Die fünf Unternehmensbereiche müssen besser integriert werden. Im Back-Office-Bereich gibt es Überkapazitäten, die wir abbauen werden. Außerdem werden wir unser Immobilienportefeuille unter die Lupe nehmen.

Die Amerikanerin, die dem Wolters-Kluwer-Vorstand seit 2001 angehört, scheint dabei, das Ruder des Medienkonzerns kräftig herumzuwerfen. „Wir haben derzeit nicht vor, zu akquirieren, sondern wollen erst die Synergie, die in unserer Verlagsgruppe vorhanden ist, voll ausschöpfen“, sagt McKinstry. Wolters Kluwer

Auch den Rückstand, den Wolters Kluwer bisher gegenüber Branchenkonkurrenten wie etwa Reed Elsevier auf dem Sektor Electronic Publishing und Internet hat, will Wolters Kluwer unter Leitung der energischen Vorstandschefin aufholen. Was Reed Elsevier über seine Datenbank Lexis Nexis leistet, das will Wolters Kluwer nun mit seiner European Internet Plattform (EIP) seinen Kunden ebenfalls anbieten.

„Rund 30 Prozent unserer Publikationen werden derzeit auf elektronischem Wege angeboten, in den USA sind es bereits 50 Prozent. Den Anteil der elektronischen Informationsdienste werden wir weiter zielstrebig ausbauen“, hält die Wolters-Kluwer-Chefin im WELT-Gespräch fest. Gleichzeitig aber unterstreicht sie, dass der Printbereich nicht völlig verschwinden werde. „Wir werden auch weiterhin Bücher verlegen und auf den Markt bringen, so lange es Kunden gibt, die Bücher wollen. Und davon gibt es noch viele.“ Der Schulbuchsektor, in dem Wolters Kluwer stark engagiert ist, beweise dies. Das gelte insbesondere auch für den deutschsprachigen Bereich (Deutschland, Schweiz, Österreich), wo Wolters Kluwer mit dem Luchterhand Verlag, dem Bildungsverlag und mit Titeln wie „Praxis aktuell“, „Vermieter und Hausverwalter“ oder „Der Steuerberater“ erfolgreich ist.

Trotz dem offenbar schwachen Geschäftsjahr, unter dem auch die Aktie litt, sieht sich Wolters Kluwer nicht als Übernahmekandidat. “ In Amsterdam wird jedoch neuerdings auch der Name des kanadischen Verlagshauses Thomson als potenzieller Käufer für Wolters Kluwer genannt. Die Kanadier haben erklärt, ihr Geschäft in Europa ausweiten zu wollen. Die derzeit mit rund 3,9 Mrd. Euro an der Börse bewertete Wolters-Kluwer-Gruppe würde zu Thomson passen, meinen Branchenkenner. Der Markt der Fachverlage sei kräftig in Bewegung.

Im vergangenen Jahr hatte die Wolters-Kluwer-Gruppe ihre Sparte Kluwer Academic Publishers an die Beteiligungsfirmen Cinven und Candover verkauft. Dieser Bereich wird nun mit der von den Investoren übernommenen Verlagsgruppe Bertelsmann Springer fusioniert.

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