Holtzbrinck gegen Einbeziehung der WELT in Ministererlaubnisverfahren

Die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck nimmt zum Schreiben des Vorstandsvorsitzenden der Axel Springer Verlag AG, Dr. Mathias Döpfner, an den Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit, Wolfgang Clement, vom 15.04.2003 im Ministererlaubnisverfahren „Tagesspiegel“ / „Berliner Zeitung“, in dem er die kurzfristige Einstellung der „Welt“ für den Erlaubnisfall ankündigt, wie folgt Stellung:

Holtzbrinck befindet sich seit nahezu neun Monaten in einem ordentlichen Fusionskontrollverfahren zum Erwerb des Berliner Verlages. Die beantragte Ministererlaubnis ist Teil des gesetzlich vorgesehenen Verfahrens und keine „Sonderregelung“, wie Dr. Mathias Döpfner meint.

Zur angekündigten Einstellung der „Welt“ ist festzuhalten, dass die jahrzehntelangen Ertragsprobleme dieses Blattes nicht Gegenstand dieses Verfahrens sind, da die „Welt“ eine überregionale Zeitung ist, die über 90 % ihrer Auflage außerhalb Berlins verbreitet.

Das vorgeschlagene „Berliner Modell“ der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck stabilisiert die heutigen publizistischen Verhältnisse, ist nicht gegen die traditionell sehr ertragsstarke „Berliner Morgenpost“ gerichtet und beeinträchtigt schon gar nicht die „Welt“. Auch nach Erteilung der Ministererlaubnis bliebe der Axel Springer Verlag mit den Titeln „Berliner Morgenpost“, „B.Z.“, „Bild-Berlin“, „Die Welt“, „Morgenpost am Sonntag“, „B.Z. am Sonntag“, „Bild am Sonntag“ und „Welt am Sonntag“ absoluter Marktführer im Zeitungslesermarkt und auch im Anzeigenmarkt mit einem Marktanteil in Berlin von über 55 %. Selbst das Bundeskartellamt attestiert allein der „Berliner Morgenpost“ einen höheren Anzeigenmarktanteil in Berlin als allen anderen Abonnement-Zeitungen (insbesondere „Tagesspiegel“ und „Berliner Zeitung“) zusammen.

Der Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit trifft in diesem Verfahren – entgegen der Behauptung von Dr. Mathias Döpfner – keine Richtungsentscheidung für den deutschen Zeitungsmarkt, sondern eine Entscheidung für den singulären Sonderfall „Tagesspiegel“ / „Berliner Zeitung“.

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