Berliner Verlag geht an Mecom und VSS

Nun doch: Erstmals geht eine deutsche Zeitung an ausländische Investoren: Eine Finanzgruppe aus Großbritannien und den USA kauft den Berliner Verlag mit seinem Flaggschiff „Berliner Zeitung“ von der Holtzbrinck-Verlagsgruppe. Page(18813)

Den Verkauf gaben die Verlage am Dienstag in Berlin und Stuttgart mit. Der Holtzbrinck-Verlag, dem in Berlin auch „Der Tagesspiegel“ gehört, muss aus kartellrechtlichen Gründen eines der beiden Zeitungshäuser in der Bundeshauptstadt verkaufen. Holtzbrinck hatte den Berliner Verlag 2002 von Gruner + Jahr gekauft. Das Bundeskartellamt untersagt diese Übernahme nachträglich.

Stefan von Holtzbrinck erklärte: „Es ist sehr bedauerlich, dass wir in Berlin keine starke Nummer Zwei im Markt werden konnten und uns somit wiederholt ein signifikantes Engagement im deutschen Zeitungswesen untersagt wurde.“

Die Käufergruppe besteht aus der Mecom-Gruppe von David Montgomery und dem Investmentfonds Veronis Suhler Stevenson (VSS) mit Sitz in London und New York.

Montgomery profilierte sich in den 90er Jahren als Chef der Mirror-Zeitungsgruppe („Daily Mirror“). VSS gilt als einer der weltweit größten Medienfonds und engagiert sich vor allem in Unternehmen der Kommunikationsbranche in Europa und den USA.

Der Kaufvertrag sei am Montagabend unterzeichnet worden, teilte die Mecom-Gruppe mit. Über den Preis wurde Stillschweigen vereinbart. Die britische Zeitung „Independent“ beziffert ihn auf 100 Millionen Pfund (147,6 Millionen Euro).

Von Berlin aus plant Montgomery nach eigenen Angaben weitere Zukäufe in Deutschland. Dabei habe er vor allem Regionalzeitungen im Visier.

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