Axel Springer Hauptversammlung beschließt: Dividendenzahlung und Umfirmierung in Axel Springer AG / Sonderprüfungsbericht stellt keine Pflichtverletzung fest

Die Hauptversammlung der Axel Springer Verlag AG hat heute in Berlin beschlossen, dem Dividendenvorschlag von EUR 0,65 je Stückaktie für das Geschäftsjahr 2002 zuzustimmen. Damit kommen EUR 22 100 000 des kompletten Bilanzgewinns in Höhe von EUR 41 577 866 zur Ausschüttung. Angesichts der weiterhin schwierigen Rahmenbedingungen wird der verbleibende Teil des Bilanzgewinns von EUR 19 477 866 den Gewinnrücklagen zugeführt.

„Nach Ausfall der Dividende im Verlustjahr 2001 können wir unsere Aktionäre wieder am Erfolg des Unternehmens beteiligen. Unser wichtigstes Etappenziel für das zurückliegende Geschäftsjahr haben wir damit erreicht: Wir schreiben wieder schwarze Zahlen, auch nach Steuern und vor Sondereffekten aus Verkäufen“, sagte Dr. Mathias Döpfner, der Vorstandsvorsitzende der Axel Springer Verlag AG.

Als optimistisches Zeichen wertete Döpfner auch das neue Firmenlogo, das den Aktionären erstmals vorgestellt wurde und ab Mitte April sukzessive eingeführt wird. „Modern, klar, vielfarbig, international – so wie wir auch den Verlag insgesamt ausrichten.“ Inhaltlich akzentuiert sei der Bezug zur Gründerpersönlichkeit, „Axel Springer Verlag war zu lang und zu wenig international. Axel Springer ist genug,“ sagte Döpfner. In diesem Zusammenhang beschloss die Hauptversammlung die offizielle Umfirmierung in Axel Springer AG.

Mit Blick in die Zukunft unterstrich Döpfner die mittel- und langfristigen Renditeziele des Unternehmens: „Die Steigerung der Profitabilität hat Priorität.“

In einem für die gesamte Branche äußerst schwierigen Jahr und bei rückläufigen Umsätzen war es gelungen, nach Vorjahresverlusten in Höhe von EUR 198 Mio. für 2002 einen deutlichen Jahresüberschuss in Höhe von EUR 61 Mio. zu erzielen. Das EBITA wurde von EUR 33 Mio. auf EUR 110 Mio. verdreifacht, das operative Ergebnis von EUR 14 Mio. auf EUR 63 Mio. vervierfacht. Gleichzeitig wurde die Nettofinanzverschuldung um EUR 120 Mio. auf EUR 15 Mio. gesenkt. Damit ist das Unternehmen annähernd schuldenfrei.

„Wir haben unser gutes Ergebnis deshalb erreicht, weil wir die Krise früh und ohne Schönfärberei erkannt und benannt haben. Wir haben einen entschlossenen Restrukturierungskurs mit konzernweiten Kostensenkungsprogrammen, konsequenter Portfoliobereinigung und Personalabbau umgesetzt“, erläuterte Döpfner den schnellen Turn-around.

Zur neuen Aktionärsstruktur und der Übernahme weiterer 10,4 Prozent durch Friede Springer sagte Döpfner: „Dies ist ein starkes Signal für Kontinuität, Stabilität und Vertrauen in die Zukunft unseres Hauses.“ Für die restlichen 29,65 Prozent aus dem ehemaligen Aktienpaket der Kirch-Gruppe, die von einem Tochterunternehmen der Deutschen Bank gehalten werden, gäbe es zwei Szenarien: Entweder der Verkauf an einen strategischen Investor oder die breite Streuung an der Börse. Die endgültige Entscheidung werde die Deutsche Bank in Abstimmung mit dem Unternehmen in Ruhe und auch vor dem Hintergrund der allgemeinen Marktentwicklung treffen, so Döpfner.

Sonderprüfungsbericht: Keine Pflichtverletzung bei Put-Option

Der Hauptversammlung wurde außerdem der Bericht des Sonderprüfers, Dipl. Kaufmann Roland Schulz von der BDO Deutsche Warentreuhand AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft vorgetragen. Die Sonderprüfung war am 24. September 2002 von der außerordentlichen Hauptversammlung, die auf Verlangen der Kirch-Gruppe abgehalten wurde, beschlossen worden. Der Prüfungsbericht befasst sich mit der so genannten Put-Option, also die von Gesellschaften der Kirch-Gruppe eingeräumten Rechte zur Veräußerung der mittelbaren Beteiligung an der ProSiebenSat.1 Media AG. Darüber hinaus hatte die außerordentliche Hauptversammlung die Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen in Abhängigkeit vom Ergebnis der Sonderprüfung beschlossen.

Der Bericht des Sonderprüfers stellt zusammenfassend fest: „Wir fassen das Ergebnis unserer Prüfung der Geschäftsführung des jeweiligen Vorstandes unter möglicher Mitwirkung des Aufsichtsrates und der beiden Großaktionäre im Zusammenhang mit den Verhandlungen über die Ausübung der Put-Option dahingehend zusammen, dass wir keine Pflichtverletzungen der Mitglieder des Vorstandes oder des Aufsichtsrates des Axel Springer Verlages feststellen konnten.“

Kommentare (0)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.