Axel Springer erzielt 2004 höchstes Ergebnis der Unternehmensgeschichte

Axel Springer hat im Geschäftsjahr 2004 trotz eines anhaltend schwierigen Markt- und Branchenumfelds das beste EBITA in der Geschichte des Unternehmens erreicht.

Der Konzern, der erstmals einen Jahresabschluß nach IFRS (International Financial Reporting Standards) vorlegt, steigerte das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Firmenwertabschreibungen (EBITA) auf EUR 335,8 Mio. (Vj.: EUR 215,4 Mio.). Damit erreichte Axel Springer trotz hoher Anlaufkosten für neugegründete Objekte einen Ergebniszuwachs von 55,9 Prozent. Der Konzernumsatz legte im Vergleich zum Vorjahr durch höhere Vertriebs- und Anzeigenerlöse um 3,5 Prozent auf EUR 2.402,0 Mio. zu (Vj.: EUR 2.320,7 Mio.). Die Umsatzrendite bezogen auf das EBITA betrug somit 14,0 Prozent (Vj.: 9,3 Prozent). Der Konzernjahresüberschuß nahm von EUR 111,6 Mio. um 32,2 Prozent auf EUR 147,5 Mio. zu. Das Ergebnis je Aktie stieg von EUR 3,26 auf EUR 4,66.

Die im dritten Quartal 2004 geschlossene Vergleichsvereinbarung im Rahmen des Insolvenzplanverfahrens der Taurus TV GmbH (Kirch-Vergleich) trug mit EUR 92,6 Mio. zum EBITA bei. Durch das Umsatzwachstum und durch konsequentes Kostenmanagement erzielte Axel Springer jedoch auch ohne Berücksichtigung dieses einmaligen Effekts ein im Vergleich zum Vorjahr deutlich höheres EBITA von EUR 243,2 Mio. (Vj.: EUR 215,4 Mio.). Damit erreichte der Konzern trotz des schwierigen konjunkturellen Umfelds das avisierte Ziel einer EBITA-Rendite von mehr als 10 Prozent früher als erwartet.

Angesichts der guten Ertragslage des Konzerns werden Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung in diesem Jahr die Ausschüttung einer stabilen Dividende in Höhe von EUR 1,20 je Aktie (Vj.: EUR 1,20) und zusätzlich eine einmalige Sonderzahlung von EUR 0,25 je dividendenberechtigter Aktie als Beteiligung am Ergebnis des Kirch-Vergleichs vorschlagen.

“Historischer Ergebnis-Rekord auf dem Höhepunkt einer andauernden Konjunktur- und Strukturkrise unserer Branche, das beste Ergebnis in der Geschichte des Verlages trotz massiver Anlaufverluste durch Investitionen in neues Geschäft, das ist ein schönes Kompliment für die Kompetenz und die Konsequenz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter”, sagte Dr. Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG bei der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens in Berlin.

Die anhaltend positive Geschäftsentwicklung im Berichtsjahr schlug sich in einer weiteren Verbesserung der Finanzlage des Konzerns nieder. Das Investitionsvolumen belief sich auf EUR 130,9 Mio. (Vj.: EUR 158,7 Mio.). Der Finanzmittelfonds stieg im Berichtsjahr auf EUR 454,5 Mio. (Vj.: EUR 295,4 Mio.). Axel Springer verfügte bei Finanzverbindlichkeiten in Höhe von EUR 281,6 Mio. zum Bilanzstichtag demnach über eine Netto-Liquidität von EUR 172,9 Mio. (Vj.: EUR 0,8 Mio.). Bei einem Eigenkapital von EUR 873,4 Mio. (Vj.: EUR 677,8 Mio.) stieg die Eigenkapitalquote des Konzerns von 32,0 Prozent auf 36,5 Prozent.

Der Vorstandsvorsitzende von Axel Springer zeigte sich mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr äußerst zufrieden: “Das frühzeitig eingeleitete Restrukturierungsprogramm hat es uns in den letzten 18 Monaten erlaubt, antizyklisch zu investieren und uns damit vom Wettbewerb abzusetzen. Unsere Objektentwicklung läuft rund und hat im vergangenen Jahr die mit Abstand erfolgreichsten Neueinführungen im deutschen Markt umgesetzt. TV DIGITAL, FRAU von HEUTE, AUDIO VIDEO FOTO BILD und JOLIE waren, gemessen an der Auflage, die vier erfolgreichsten Zeitschriftenneugründungen in Deutschland.”

Mit Blick auf das Geschäftsjahr 2005 betonte Döpfner: “Wenn sich die neuen Titel weiterhin so erfolgreich entwickeln wie bisher und die Anzeigenmärkte sich auch mit Blick auf die Nettokonditionen erholen, erwarten wir erneut einen leichten Umsatzzuwachs. Darüber hinaus wollen wir durch die schrittweise Profitabilisierung der neuen Zeitungen und Zeitschriften und konsequente Kostenkontrolle das operative Ergebnis weiter steigern.” Der Vorstand erwarte daher für das laufende Geschäftsjahr ein EBITA, das leicht über dem um die Effekte aus dem Kirch-Vergleich bereinigten Ergebnis von 2004 liegt.

Axel Springer konnte die Vertriebserlöse vor allen Dingen auf Grund der positiven Entwicklung der Neugründungen um 3,9 Prozent auf EUR 1.169,6 Mio. steigern. Die Umsätze aus dem Anzeigengeschäft erhöhten sich ebenfalls und lagen mit EUR 945,0 Mio. um 3,5 Prozent höher als im Vorjahr. Hierzu trugen maßgeblich der Bereich Zeitungen sowie die Erfolge im internationalen Geschäft bei. Im Geschäftsjahr 2004 entfielen somit 48,7 Prozent des Konzernumsatzes auf Vertriebserlöse und 39,3 Prozent auf Anzeigenerlöse.

Der Umsatzbeitrag der internationalen Aktivitäten des Konzerns legte um 13,5 Prozent auf EUR 373,6 Mio. und damit auf 15,6 Prozent des Gesamtumsatzes zu (Vj.: 14,2 Prozent).

In der Segmentberichterstattung konsolidierte der Axel-Springer-Konzern die bisher im Segment Elektronische Medien zusammengefaßten Geschäftsaktivitäten im Berichtsjahr erstmals in den anderen Segmenten. So wurden etwa das rubrikennahe Online-Angebot IMMONET ebenso wie BILD.T-ONLINE.DE dem Segment Zeitungen zugeordnet.

Im größten Segment Zeitungen erzielte Axel Springer einen Umsatzzuwachs um 3,3 Prozent auf EUR 1.398,4 Mio. Die Anzeigenerlöse der Zeitungen vollzogen dabei einen kräftigen Sprung um 5,3 Prozent, die Vertriebserlöse nahmen durch die Mitte 2003 durchgesetzten Preiserhöhungen bei einigen Titeln und die Verkaufserfolge internationaler Titel um 3,4 Prozent zu. Das EBITA des Bereichs stieg überproportional zum Umsatzzuwachs um 37,7 Prozent auf EUR 250,7 Mio. (Vj.: 182,1 Mio.). Neben höheren Erlösen trug hierzu maßgeblich die weiterhin konsequent verfolgte Kostendisziplin bei.

Auch im Segment Zeitschriften erwirtschaftete Axel Springer im Geschäftsjahr 2004 höhere Umsätze als im Vorjahr. Die Erlöse legten um 2,9 Prozent auf EUR 771,4 Mio. zu. Ein vor allem von neuen Titeln getragenes, kräftiges Wachstum der Vertriebserlöse um 4,7 Prozent konnte den leichten Rückgang der Anzeigenerlöse um 0,9 Prozent auffangen. Aufgrund hoher Aufwendungen für die Neugründung von Objekten sowie Sonderabschreibungen auf Titelrechte blieb das EBITA mit EUR 9,8 Mio. jedoch, wie geplant, deutlich unter dem Vorjahreswert von EUR 70,9 Mio.

Im Segment Technik verbuchte Axel Springer vornehmlich auf Grund der erfolgreichen Akquisition von Fremddruckaufträgen eine Steigerung der Außenumsätze um 8,9 Prozent auf EUR 144,1 Mio. Das EBITA des Bereichs wurde wie üblich in den Segmenten Zeitungen und Zeitschriften verteilt, da die eigenen Druckereien als Cost Center geführt werden.

Die Außenumsätze von Services/Holding, in dem neben internen Bereichen auch externe Dienstleistungen wie Telefonmehrwertdienste, TV-Produktionen, Logistik, Vertrieb, Direktmarketing, Versicherungsvertrieb und Büroimmobilien zusammengefaßt sind, erhöhten sich um 3,9 Prozent auf EUR 88,1 Mio. Das EBITA lag unter Berücksichtigung des hier verbuchten Kirch-Vergleichs in Höhe von EUR 92,6 Mio. bei EUR 72,7 Mio. Um diesen Ergebnisbeitrag bereinigt verbesserte sich das EBITA von EUR – 39,3 Mio. auf EUR – 19,9 Mio.

Auf Grund der von Axel Springer konsequent verfolgten Kostenkontrolle nahmen die Gesamtaufwendungen im Konzern leicht unterproportional zum Umsatzwachstum um 2,7 Prozent auf EUR 2.281,0 Mio. zu. Die Abschreibungen (ohne Firmenwertabschreibungen) betrugen EUR 97,0 Mio. (Vj.: EUR 74,7 Mio.). Der Personalaufwand reduzierte sich bei einer im Vergleich zum Vorjahr geringeren Mitarbeiterzahl sowie sinkenden Aufwendungen für Sozialpläne und Altersteilzeit um EUR 47,3 Mio. auf EUR 722,0 Mio.

Axel Springer beschäftigte im Berichtsjahr durchschnittlich 10.700 Mitarbeiter (ohne Auszubildende und Journalistenschüler/Volontäre) und damit 249 weniger als im Vorjahr.

Das Jahr 2004 wurde maßgeblich durch den erfolgreichen Ausbau des Kerngeschäfts des Konzerns im Inland und Fortschritte in der Internatonalisierung geprägt. Eindrucksvolle Beispiele für den Erfolg in Deutschland waren die sehr positive Geschäftsentwicklung der Titel der BILD-Gruppe sowie die Verstärkung der Präsenz im Tageszeitungsmarkt durch WELT KOMPAKT. Zudem konnte Axel Springer seine Position im deutschen Regionalzeitungsmarkt weiter ausbauen. Die verkaufte Auflage von 1,3 Mio. Exemplaren von TV DIGITAL im vierten Quartal ist der Beweis für die Innovationsführerschaft und den erfolgreichen Eintritt in den Markt für 14tägige Fernsehzeitschriften.

Darüber hinaus waren die Fortführung der Internationalisierung mit dem erfolgreichen Ausbau von FAKT als Polens größter Tageszeitung sowie der Markteintritt von REGGEL als Qualitätszeitung für den Großraum Budapest für den Geschäftsverlauf in 2004 von großer Bedeutung. In Rußland führte Axel Springer die Titel FORBES und NEWSWEEK als Lizenzausgaben ein. In China wurde mit der Eröffnung einer Repräsentanz der Eintritt in einen weiteren Zukunftsmarkt vorbereitet. Insgesamt hat der Konzern im Ausland fünf neue Titel eingeführt und neun Lizenzausgaben neu eingeführt.

Mit der Aufstockung der Beteiligung an der ProSiebenSat.1 Media AG im Rahmen des Kirch-Vergleichs sowie dem Erwerb weiterer Anteile an Hamburg 1 trieb Axel Springer den Ausbau seiner Position in den elektronischen Medien weiter voran. Ein maßgeblicher Schritt in der Digitalisierung des Kerngeschäfts war der Kauf von 49,9 Prozent am Online-Stellenportal StepStone Deutschland AG, der eine wichtige strategische Ergänzung des zukunftsträchtigen Online-Rubrikengeschäfts des Konzerns bedeutet.

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