Ausgezeichnet für „Elektrische Fische“ Katholischer Kinder- und Jugendbuchpreis geht an Susan Kreller

Susan Kreller erhält den mit 5.000 Euro dotierten Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis 2020 der Deutschen Bischofskonferenz für das im Carlsen Verlag erschienene Buch Elektrische Fische. Die Jury unter Vorsitz von Weihbischof Robert Brahm (Trier) hat das diesjährige Preisbuch aus 231 Titeln ausgewählt, die von 71 Verlagen eingereicht wurden. Die Preisverleihung findet am 27. Mai in Mainz statt.

Susan Kreller erzählt die Geschichte von Emma, die mit ihrer Familie das vertraute Dublin verlassen muss und zu ihren deutschen Großeltern in ein kleines Dorf in Mecklenburg-Vorpommern zieht. Nur wenige Stunden nach der Ankunft in Deutschland ist für Emma klar, dass sie nach Hause zurück will. An den Romanfiguren zeigt sich, „wie unterschiedliche Menschen den Begriff Heimat für sich definieren und mit dem Verlust des Zuhauses umgehen“, so Weihbischof Brahm. Die Leser erleben Emmas Dazwischen-Sein, ihr Fremdfühlen an dem Ort, der ab nun ihr Zuhause sein soll. Die Jury empfiehlt das Buch für Jugendliche ab 13 Jahren.

Jurybegründung: „Home“. Der Begriff ist „so kurz wie ein Ausatmen“. Und in Irland auch „so wichtig wie Atmen“. Die deutsche Sprache hingegen nutzt ein zweisilbiges Wort: „Hei-mat“. Diese Zweisilbigkeit birgt bereits die Möglichkeit eines „Dazwischen“, wie Emma es formuliert. Denn in einem solchen Dazwischen findet Emma sich wieder, als sie mit ihrer Mutter und den Geschwistern von Irland nach Deutschland zieht. An einen Ort, den andere längst verlassen haben und der Emma auf den ersten Blick entleert und peripher scheint: Velgow, ein fiktives Dorf in Mecklenburg-Vorpommern. Die Topografie spiegelt dabei die Entwurzelung Emmas ebenso wie all jene Gerüche und Gefühle, die der Ich-Erzählerin fremd erscheinen. Zuallererst jedoch spiegelt sich diese Fremdheit in der Sprache wider. So sagt Emma: „Ich bin in einem Deutsch gelandet, in dem ich mich immer wieder verlaufe.“

Der Katholische Kinder- und Jugendbuchpreis wird in diesem Jahr zum 31. Mal vergeben. Der Jury gehören neben dem Juryvorsitzenden, Weihbischof Robert Brahm (Trier), Prof. Dr. Norbert Brieden (Wuppertal), Cornelia Klöter (Leipzig), Bettina Kraemer (Bonn), Susanne Kriesmer (Burgbrohl), Dr. Heidi Lexe (Wien), Dr. Klara Asako Sarholz (Bottrop), Prof. Dr. Markus Tomberg (Fulda), Elisabeth Wagner-Engert (Augsburg) und Anna Winkler-Benders (Frankfurt) an.

 

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