Veranstaltungen Junge Zielgruppe: Premiere des versfest berlin

Mit einer Rede der New Yorker Schriftstellerin Jacqueline Woodson wurde heute das erste versfest berlin eröffnet. Noch bis Mittwoch wird die Hauptstadt ganz im Zeichen der internationalen Poesie für Kinder und Jugendliche stehen. Das neue Literaturfestival sei einzigartig in Berlin, betonte Programmleiter Christoph Rieger, der auch die Sparte Internationale Kinder- und Jugendliteratur beim alljährlichen internationalen Literaturfestival berlin (ilb) betreut.

Christoph Rieger

Mit dem Versfest wolle er zeigen, was der Markt zu bieten hat und Autoren aus aller Welt eine Plattform bieten, so Christoph Rieger, der zur Eröffnungsveranstaltung rund 100 Schülerinnen und Schüler im Collegium Hungaricum begrüßte.

Jacqueline Woodson ermunterte die jungen Zuhörer zum Lesen – und auch zum Schreiben, und sie betonte die Kraft von Gedichten und Versen. „Eine Welt ohne Poesie ist unvorstellbar.“ Mitgebracht hatte Woodson ihren mit dem National Book Award ausgezeichneten autobiografischen Roman Brown Girl Dreaming über das Aufwachsen als Afroamerikanerin in den USA der 1960er und 1970er Jahre. Das Buch sei ein Memoir in Versform, so Jacqueline Woodson, die zum ersten Mal in Deutschland las.

Jacqueline Woodson

Die Irin Sarah Crossan bringt ihren in freien Versen geschriebenen Roman One mit, für den sie die Carnegie Medal erhielt. Die deutsche Übersetzung ist im vergangenen Jahr unter dem Titel Eins im Mixtvision Verlag erschienen. Der Auftritt des Australiers Steven Herrick ist eine Deutschland-Premiere. Er präsentiert seinen Versroman Wir wussten beide, es war was passiert, den Uwe-Michael Gutzschhahn für den Thienemann Verlag übersetzt hat.

Gutzschhan gehört ebenso zu den eingeladenen Lyrikern wie Franz Hohler aus der Schweiz, Carol Ann Duffy aus Großbritannien, Lan Lan aus China, Synne Lea aus Norwegen, Anushka Ravishankar aus Indien und Edward van de Vendel aus den Niederlanden. Ihren jungen Lesern werden sie in Workshops und Lesungen begegnen. Außerdem stehen unter anderem zwei Poetry Nights auf dem Programm. Heute und morgen Abend werden die Festivalgäste über Lyrik diskutieren und ihre eigens für das Festival geschriebenen Gedichte zum Thema „Imagine“ vortragen.

Die Festivalgäste werden nicht nur ihre eigenen Werke vorstellen, sie haben auch jeweils ein außergewöhnliches Buch in Versform für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene empfohlen, dem sie viele Leser wünschen. Die Bücher werden unter dem Motto „Unique Poetry“ bis zum 7. April in der Philipp-Schaeffer-Bibliothek ausgestellt. Online ist die Empfehlungsliste unter www.literaturfestival.com/kjl/versfestberlin abrufbar.

An allen Veranstaltungsorten des Festivals gibt es einen Büchertisch, den die Buchhandlung Einar & Bert organisiert.

Das versfest berlin ist eine Veranstaltung der Peter-Weiss-Stiftung für Kunst und Politik in Kooperation mit dem Literaturforum im Brecht-Haus und dem Collegium Hungaricum Berlin. Hauptförderer ist der Hauptstadtkulturfonds.

ml

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