Den Förderpreis erhält Rebecca Elbs Der 1. Kirsten-Boie-Preis für Kinderliteratur geht an Julia Blesken

Julia Blesken (c) Renate von Mangoldt

Den 1. Kirsten-Boie-Preis für Kinderliteratur erhält die Berliner Autorin Julia Blesken für ihr Kinderbuch-Manuskript „Auf dem Weg nach Kolomoro“. Das Buch wird 2021 im Oetinger-Programm erscheinen.

Aus der Jurybegründung: „Ein Roadtrip durch eine Stadt, die allmählich Konturen annimmt und ständig neue Facetten aufblitzen lässt, fünf Kinder, die plötzlich zu sechst sind und unterschiedlicher kaum sein könnten, und schließlich eine Aufgabe, die der rasanten Reise trotz aller Abwege immer wieder eine Richtung gibt: Das Mädchen Jennifer hatte ihrem Großvater versprochen, seine Asche dort zu verstreuen, wo er sich im Leben am wohlsten gefühlt hatte, in seiner Gartenkolonie. Die Autorin Julia Blesken entwirft ihre Figuren liebevoll und entlässt sie dann ins Leben, um zu beobachten, wie sie damit klarkommen – ein literarisches Verfahren, das sich aufs schönste bewährt.“

Julia Blesken, geboren 1976 in Berlin, studierte Geschichtswissenschaft. 2009 erschien ihr Debütroman Ich bin ein Rudel Wölfe im Verlag Jung und Jung.

Der Kirsten-Boie-Preis für Kinderliteratur ist mit 5.000 Euro dotiert und wird von der Hamburger Literaturstiftung in Kooperation mit dem Literaturhaus Hamburg und den Hamburger Kinder- und Jugendbuchverlagen Carlsen und Oetinger vergeben. Zusätzlich zur Preissumme erhält Julia Blesken einen Verlagsvertrag des Friedrich Oetinger Verlages.

Den Förderpreis der Stiftung erhält die Bonner Autorin Rebecca Elbs für ihren Text „Leo & Lucy“. Er ist mit einem Lektoratsstipendium verbunden, das ein professionelles Lektorat des eingereichten Textes im Wert von 1000 Euro umfasst. Rebecca Elbs, 1975 geboren, wuchs am Bodensee auf. Nach mehreren Auslandsaufenthalten, Theaterarbeiten und einem Regie-Studium, arbeitete sie viele Jahre als Lehrerin für Deutsch und Englisch.

Die Jury des Kirsten-Boie-Preises, bestehend aus der Kritikerin und Autorin Ute Wegmann und dem Kritiker und Autor Tilman Spreckelsen, der Autorin und Dozentin Annette Pehnt, der Buchhändlerin Christiane Hoffmeister und dem ehemaligen Kinderbuchverleger Klaus Humann, wählte die Siegertitel aus über 650 Einsendungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Klaus Humann: „Die unerwartet hohe Menge der Manuskripte hat uns vor große Herausforderungen gestellt. Aber am Ende waren wir uns alle einig und konnten uns sehr eindeutig auf die beiden Preisträgerinnen festlegen.“

Kirsten Boie: „Ich freue mich über die Entscheidung der Jury. Das ist ein überzeugendes Manuskript: schräg und trotzdem realistisch; unterhaltsam, aber mit Substanz; professionell erzählt mit liebevoll gezeichneten Charakteren und witzigen Dialogen.“

Julia Bielenberg, Oetinger-Verlegerin: „Wir sind stolz und freuen uns, dass wir das erste Kinderbuch veröffentlichen dürfen, das mit dem Kirsten-Boie-Preis für Kinderliteratur ausgezeichnet wurde. Der Preis trägt den Namen einer der renommiertesten deutschsprachigen Kinderbuchautorinnen, deren Bücher ganz elementar zum Oetinger-Programm gehören und der wir eng verbunden sind. Die ausgezeichneten Bücher sollen ganz im Sinne Kirsten Boies den Spaß am Lesen wecken. Denn das ist die beste Leseförderung überhaupt.“

Die Preise werden am 16. Juni im Hamburger Literaturhaus in Anwesenheit von Kirsten Boie und des Hamburger Kultursenators Carsten Brosda verliehen.

Der Kirsten-Boie-Preis für Kinderliteratur zeichnet alle zwei Jahre das beste unveröffentlichte Kinderbuch einer deutschsprachigen Autorin, eines deutschsprachigen Autors aus. Neben dem Preisgeld geht er zusätzlich mit einem Buchvertrag einher, der im ersten Jahr der Ausschreibung mit dem Friedrich Oetinger Verlag in Hamburg geschlossen wird, 2022 wird das prämierte Manuskript des zweiten Durchgangs im Hamburger Carlsen Verlag unter Vertrag genommen.

 

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