Jahrestagung in Berlin Bahnhofsbuchhändler erhoffen engere Vernetzung mit Verlagen

„Hotspots der Kommunikation“, unter diesem Motto tagt seit gestern der Verband Deutscher Bahnhofsbuchhändler e. V. (VDBB) im Hilton Hotel am Berliner Gendarmenmarkt. Nach der Mitgliederversammlung am gestrigen Montag stand heute die Jahreshauptversammlung auf der Tagesordnung.

Peter Obeldobel

Peter Obeldobel, der 1. Vorsitzende des Verbands, konnte auch in diesem Jahr wieder rund 300 Besucher, darunter Führungskräfte aus dem Bahnhofsbuchhandel, aus Medienunternehmen und dem Pressevertrieb, begrüßen. Obwohl 2017 kein gutes Jahr für das Kernsortiment des Bahnhofsbuchhandels war, blickt die Branche optimistisch in die Zukunft. Gegensteuern will man vor allem durch Qualität und Innovation. Die Umsatzentwicklung im Bereich Presse und Buch war im vergangenen Geschäftsjahr insgesamt rückläufig. Vor allem Tageszeitungen haben an Umsatz eingebüßt. Erstmals hätten auch Frauenzeitschriften stark verloren, so Obeldobel. Zugelegt habe hingegen das Segment Essen und Kochen. Auch die Bereiche Politik und Wirtschaft seien um drei Prozent gewachsen.

Obeldobel lud den Bahnhofsbuchhandel ein, sich noch enger mit den Verlagen zu vernetzen. Man brauche einander betonte er und forderte mehr Mut, das Gemeinsame zu entdecken und zu entwickeln, um erfolgreich zu sein. „Wir können viel zusammen bewegen“, sagte er. „Wir sind Ihr Partner der Zukunft.“ Zudem stellte er die jüngste Kundenbefragung im Bahnhofsbuchhandel vor, an der mit dem Deutschen Pressevertrieb und der Edel Verlagsgruppe auch Partner von der Verlagsseite beteiligt waren. Ein überraschendes Ergebnis ist das Alter der Klientel. Demnach ist rund ein Viertel der Kunden zwischen 20 und 29 Jahren alt. Männer und Frauen halten sich in allen Altersgruppen die Waage. Und knapp 30 Prozent der Kunden nutzen den Bahnhofsbuchhandel, obwohl sie nicht mit dem Zug fahren. 33 Prozent der Befragten kaufen sogar mehrmals in der Woche ein. „Die Spontankaufbereitschaft bei Büchern und Zeitschriften ist im Bahnhofsbuchhandel extrem hoch“, betonte Obeldobel und schlug den Verlagen mehr Mut bei der Preisgestaltung vor. Denn der Preis, auch das ein Ergebnis der Befragung, spielt bei der Kaufentscheidung kaum eine Rolle. Zudem wünsche sich die Branche von den Zeitschriftenverlagen mehr Neuheiten.

Ausstellung der Handelspartner

Horst Mutsch, der bei der DB Station&Service AG für die Vermietung der Geschäftsflächen in den Bahnhof verantwortlich ist, riet zu neuen kreativen Lösungen. „Die Zukunft des Bahnhofbuchhandels hängt von der Kreativität und Innovationsbereitschaft im Hauptsortiment ab“, sagt er und nannte als positive Beispiele Abhol-Abos und Crossselling. „Warum nicht mal Arbeitshandschuhe zur Handwerkerzeitschrift anbieten?“ Mutschs Rezept: Mut, Phantasie und eine breite Brust, gepaart mit Kundenorientierung.

Gastredner waren u.a. Stefan Scherzer, Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger, ZEIT-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo, die Bundestagsabgeordnete und stellvertretende Bundesvorsitzende der FDP, Marie-Agnes Strack-Zimmermann und der Musiker und Ausdauersportler Joey Kelly.

Heute Nachmittag haben die Bahnhofsbuchhändler Gelegenheit, mit Geschäftspartnern ins Gespräch zu kommen: Knapp 60 Geschäftspartner stellen im Panoramafoyer und verschiedenen Sälen des Hilton Hotels ihr Angebot aus.

ml

 

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