Den Preis in der Kategorie Personality erhielt die Modeschöpferin Jil Sander German Design Award in Frankfurt vergeben

Gestern wurde im Rahmen der Messe Ambiente in Frankfurt vom Rat für Formgebung der German Design Award vergeben. Ausgezeichnet werden dabei jährlich innovative Produkte und Projekte und ihre Hersteller und Gestalter. Insgesamt gibt es die Oberkategorien Excellent Product Design, Excellent Communications Design sowie Universal Design. Zu den Unterkategorien gehören Bücher und Kalender; Poster, Karten und Fotografie sowie Typografie.

Den Preis in der Kategorie Personality erhielt die Modeschöpferin Jil Sander, das Museum Angewandte Kunst – sonst Domizil für die Gastexposition German Design Award – zeigt noch bis zum 6. Mai eine raumgreifende Schau der Designerin. „Jil Sander ist eine jener wenigen Gestalterinnen, die ihrer Zeit immer weit voraus war. In ihrer Arbeit sind Design und Kunst untrennbar miteinander verbunden. Ihre Gestaltungshaltung ist radikal und konsequent, ihre Kollektionen minimalistisch, klar und zeitlos modern – losgelöst von jeglichen Trends. Wohl deshalb ist sie zu jener Ikone geworden, die über jeden zeitgeistigen Wandel erhaben bleibt“, heißt es in der Begründung von Andrej Kupetz, Hauptgeschäftsführer Rat für Formgebung, und Matthias Wagner K., Direktor Museum Angewandte Kunst.

Aufgrund der Sander-Schau sind die ausgezeichneten Arbeiten des German Design Awards/Excellent Communications Design erstmals im Design Space in der Neuen Mainzer Straße 57 zu sehen. Das lange leer stehende Gebäude, in den 1960er Jahren erstes kommerzielles Rechenzentrum Deutschlands, bietet eine interessante Location; im Keller, erreichbar über eine schmale Wendeltreppe, werden die ausgezeichneten Produkte in alten Safes und Schließfächern präsentiert. Im Erdgeschoss sind die Gold Awards zu sehen, in einem Nebenraum kann man interaktiv und digital in Übersichten blättern.

Der 45-köpfigen Jury des German Design Awards gehören Erik Spiekermann und Jürgen Lewandowski an.

Mit dem höchsten Prädikat „Gold“ in der Unterkategorie Bücher und Kalender wurde Schriftbilder – Bilderschrift. Chinesisches Plakat- und Buchdesign geehrt. Es handelt sich dabei um einen ungewöhnlichen Katalog für eine zeitgenössische chinesische Grafikdesignausstellung. In der Beschreibung heißt es: „Gedruckt in Sonderfarben und hauptsächlich handgefertigt, zeigt das Buch nicht nur die Reife der zeitgenössischen chinesischen Buchgestaltung und Drucktechniken, sondern beabsichtigt auch, das moderne Publikum in der Ära der E-Books an die Bedeutung von handgemachten Büchern zu erinnern.“ Entworfen hat den Katalog Hesign International, Berlin.

Die Jury begründet: „Dieser fantastisch gestaltete Ausstellungskatalog ist kurz gesagt ein multisensorisches Erlebnis, denn um ihm gänzlich gerecht zu werden, bedarf es aller Sinne … Bis ins Detail demonstriert der formal stimmige Band die hohe Kunst des Buchdruckens und ist damit nicht nur ein adäquater Botschafter des Themas, sondern vor allem ein einzigartiges Statement für ein im digitalen Zeitalter immer seltener werdendes Gewerbe.“

Die Ausstellung in der Neuen Mainzer Straße 57 in Frankfurt ist bis zum 18. Februar zu sehen und hat täglich von 10 Uhr bis 18 Uhr geöffnet.

JF

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