"Empathisch und authentisch" Friedrich-Gerstäcker-Preis geht an Julya Rabinowich

Julya Rabinowich erhält für ihren Roman Dazwischen: Ich (Hanser) den Friedrich-Gerstäcker-Preis für Jugendliteratur der Stadt Braunschweig. Die Preisverleihung mit Laudatio von Katrin Hörnlein (DIE ZEIT) findet am 16. Mai in Braunschweig statt.
Die Jurybegründung: „Julya Rabinowich gelingt in einem fließenden Wechselspiel von Tagebuch-Monolog und Erzählung ein beeindruckender Roman über das Leben eines geflüchteten jungen Mädchens. Die empathische und authentische Darstellung von Madinas schmerzhaftem Weg in das Erwachsenenleben hat sie mit Mut, Kraft und mit Hoffnung unterlegt. Darüber hinaus zeigt sie, dass der Krieg in der Fremde für die Geflüchteten nicht zu Ende ist. Sensibel verweist sie in kleinen Szenen auf Traumatisierungen und zeigt die Sorge um die Menschen, die zurückgelassen wurden. Eindringlich vermittelt sie die Belastung für alle Familienmitglieder und zeigt, wie viel Kraft aufgebracht werden muss, um in der Fremde neu anzufangen. Die Sprache … zeichnet sich aus durch souveräne sehr lebensnahe Dialoge und spiegelt detailreich die Gefühlslagen der jungen Protagonistin ebenso wie das komplexe Thema Flucht und Integration wider. Somit steht Madinas Weg aus Krieg und Zerstörung in eine neue, fremde Heimat exemplarisch für Tausende junger Geflüchteter aus unterschiedlichen Krisengebieten.“

Der Friedrich-Gerstäcker-Preis für Jugendliteratur wurde zum Andenken an den Weltreisenden und Abenteuer-Romancier Friedrich Gerstäcker, der seine Jugend und seine letzten Lebensjahre in Braunschweig verbrachte, im Jahr 1947 von der Stadt Braunschweig gestiftet und erstmals im Jahr 1952 verliehen. Den Preis erhielt zuletzt Dirk Reinhardt und zuvor unter anderem Anna Kuschnarowa, Martin Grzimek, Anja Tuckermann, Iva Procházková und Christa-Maria Zimmermann. In zweijährigem Turnus wird ein Buch ausgezeichnet, „das Jugendlichen im Alter ab zwölf Jahren das Abenteuer der Begegnung mit fremden Welten fantasievoll vor Augen führt und dabei die Gedanken der Toleranz und Weltoffenheit in der Auseinandersetzung mit anderen Traditionen, Religionen und Wertvorstellungen in sprachlich anspruchsvoller Form näher bringt“.

 

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