"Durch die lebendige, anschauliche und fesselnde Schreibweise werden Jugendliche inspiriert, sich weiter mit dem Beginn der Demokratie in Deutschland auseinander zu setzen" FRIEDOLIN 2019 geht an Maja Nielsen

Der Jugendbuchpreis FRIEDOLIN 2019 der Stiftung Weltethos geht an Maja Nielsen für den Roman Tatort Eden 1919 (Gerstenberg). Der mit 4.000 Euro dotierte Preis zeichnet deutschsprachige Jugendliteratur aus, „die ethische oder interkulturelle Aspekte in besonderer Weise berücksichtigt und jugendliche Leserinnen und Leser für diese sensibilisiert“. Die Preisverleihung findet am 22. Oktober 2019 um 11.30 Uhr im Rahmen der 39. Tübinger Kinder- und Jugendbuchwoche im Landestheater Tübingen (LTT) statt.

Zum Inhalt: Maja Nielsens erzählt zwei Geschichten in ihrem Jugendroman, die am Ende des Buches zusammengeführt werden: Das Berlin um 1919 und das Berlin der Gegenwart. Der Politkrimi beginnt im Jahr 2015 als der 17-jährige Biko in der Hauptstadt ankommt, um an einer berühmten Artistenschule seine Ausbildung anzufangen. Ein alter Koffer im Fundus der Artistenschule versetzt ihn fast 100 Jahre zurück in eine bewegte Zeit Berlins – die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, die Zeit der Novemberrevolution mit dem Mord an Rosa Luxemburg. Doch auch in der Metropole von heute wird Biko mit großen gesellschaftspolitischen Fragestellungen konfrontiert. Als Sohn eines Ghanaers erfährt er dort am eigenen Leib, wie nah in diesen Zeiten Anfeindung und herzliche Anteilnahme für Menschen mit Fluchterfahrung beieinander liegen können.

Nach Meinung der Jury überzeugt Tatort Eden 1919 wegen seines entschiedenen Plädoyers für die Weltethos-Werte Menschlichkeit, Gegenseitigkeit, Solidarität und Wahrhaftigkeit. Darüber hinaus rege der Jugendroman zur Diskussion aktueller ethischer Fragestellungen an. Der Autorin gelinge es, junge Leserinnen und Leser in ihrer heutige Lebenswelt abzuholen und durch die spannende Erzählung der zwei Handlungsstränge in die Vergangenheit mitzunehmen. Damit schlage sie eine Brücke zwischen der häufig im Unterricht und in der Literatur weniger beachteten revolutionären Situation in Berlin 1918/1919 mit aktuellen Fragestellungen zum Umgang mit geflüchteten Menschen und Fremdenfeindlichkeit. „Durch die lebendige, anschauliche und fesselnde Schreibweise werden Jugendliche inspiriert, sich weiter mit dem Beginn der Demokratie in Deutschland auseinander zu setzen. Ferner gewinnen Sie einen neuen Blick auf das Thema Flucht und Critical Whiteness.“

 

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