Buchmessen Frankfurter Buchmesse: The Arts+ – Zukunft der Kultur

Zum dritten Mal gibt es den Bereich The Arts+ in Halle 4.1 auf der Frankfurter Buchmesse. Zur Eröffnung am heutigen Vormittag hatte sich Holger Volland, der vor drei Jahren mit Christiane zu Salm das Format gegründet hatte, vier Gäste eingeladen.

Zunächst sprach er mit Tom Hillenbrand, Autor von Hologrammatica, erschienen in diesem Frühjahr bei Kiepenheuer & Witsch. „In einer gar nicht so fernen Zukunft sind die Hologramme so gut geworden, dass sie von der Realität nicht mehr zu unterscheiden sind. Um das zu erkennen, benötigt man eine Spezialbrille – also genau umgedreht, wie in der Gegenwart. Man kann nicht mehr sicher sein, wer einem gegenüber steht – alles ist wunderschön, aber auch ziemlich verstörend, weil sich Menschen selbst optimieren können. Es ist ein schwarzer Spiegel, der den Menschen im Buch vorgehalten wird“, erklärte Hillenbrand, der sich beim Schreiben von Musik und Kunst inspirieren lässt.

Ganz andere Zukunftsvisionen hat Esther Wojcicki, Gründerin des Palo Alto High Media Arts Center in den USA. Ihr geht es um erfolgreiche Erziehung – bei den eigenen Kindern ist das hervorragend gelungen. Wojcicki, die auf 35 Jahre Lehrtätigkeit zurückblicken kann, urteilte: „Man muss jungen Menschen Freiheit lassen und Verantwortung übertragen. Helikopter-Eltern sind der falsche Weg. Totale Kontrolle und frontales Lernen töten Kreativität.“ Vielmehr gehe es darum, den Jungen Mut zu machen, um die Welt zu verbessern – und ja, auch um Geld zu verdienen. „80 Prozent alle Geschäftsmodelle funktionieren nicht, aber die übrigen 20 Prozent haben eben das richtige Konzept“, sagte die Professorin. Technologie sollte für Bildung genutzt werden.

Dritter Gesprächspartner war Harald Neidhardt, CEO und Kurator futur/io Institute. „Man kann neue Technologien nicht mehr ignorieren. Die Frage ist, wie sie im Bereich Kultur genutzt werden können“, postulierte Neidhardt. Von Silicon Valley und China könne Europa lernen, es ist aber auch notwendig, eigene Visionen zu entwickeln.

Dirk Heitmann, Chief Digital Officer (DACH) bei IBM, beschloss die Runde. „Wir wissen, was gegenwärtig möglich ist. Aber Information braucht mehr Gestaltung, nicht nur Programmierung. Technologie muss transparenter werden, damit wir sie verstehen und richtig nutzen“, sagte Heitmann und betonte: „Missbrauch muss ausgeschlossen werden.“

Statt der Fragerunde schloss sich eine musikalische Vorstellung an: Star Maya Kodes trat auf – ein Hologramm.

The Arts+ ist in diesem Jahr noch ein Stück größer geworden – es gibt viel zu entdecken.

JF

 

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