Veranstaltungen Frankfurt: „Klapperschlange“ braucht Hilfe

Zum 32. Mal findet an diesem Wochenende die Kinderbuchmesse in der Alten Turnhalle in Frankfurt-Kalbach statt. Es könnte das letzte Mal sein: Die vom Kinderverein Kalbach ehrenamtlich organisierte Buchmesse sucht dringend Helfer. Die Messe ist nicht mehr nur für den Stadtteil Kalbach, sondern auch für das benachbarte neue Quartier Riedberg ein Anziehungspunkt – erstmals werden beide Stadteile im Namen der Verkaufsausstellung erwähnt.

Hans Jörg Troost
Hans Jörg Troost

„Wir haben extra gelb-grüne Signalwesten angezogen, die darauf hinweisen: Da ist ein Ansprechpartner des Kindervereins Kalbach“, erklärte Hans Jörg Troost, 1. Vorsitzender des Vereins. Einige Engagierte sind schon mehr als zehn Jahre dabei, gesucht werden neue Aktive, die Bücher und Kinder lieben und frischen Wind und neue Ideen einbringen.

Wand des Kindervereins
Wand des Kindervereins

Die Frankfurter Buchhandlung Tatzelwurm hat viele Bücher und Medien für alle Altersklassen mitgebracht, außerdem ist für Kuchen und Getränke gesorgt. Ein buntes Programm mit Lesungen, einem Kinderkonzert, das der Verein in Kooperation mit der Stadt Frankfurt organisiert, Bastelmöglichkeiten, Bilderbuchkino, Antiquariat und Vorlesen umrahmt die Kinderbuchmesse Kalbach-Riedberg.

Jury-Kinder
Jury-Kinder
Noch mehr Jury-Kinder
Noch mehr Jury-Kinder

„Am Freitag haben etwa 40 Mitglieder des rund 500 Mitglieder starken Kindervereins alles aufgebaut. Die Engagierten sind an den zwei Messetagen vor Ort. Doch die Bewertungsaktion ‚Klapperschlange’ macht viel Arbeit und läuft eigentlich über das ganze Jahr. Aufgrund der Vergrößerung des Einzugsbereichs – inzwischen beteiligen sich fünf Schulen an der Leseaktion – ist viel mehr zu organisieren“, erläuterte Hans Jörg Troost. Bereits Ende November 2016 wird sich der Verein wieder zusammensetzen, um die Planung für 2017 zu besprechen. Vorschauen müssen gelesen und geeignete Bücher ausgewählt werden. Die „Klapperschlange“ hat sogar einen eigenen Raum in der Kalbacher Kinderbücherei. Neben der Ausleihe der ausgewählten Novitäten geht es auch darum, später die Rezensionen zu sichten und auszuwerten: Eine Broschüre mit den Lesetipps der Kinderjury ist gute Tradition.

Am Samstag stand zunächst die Verleihung der 29. Kalbacher Klapperschlange auf dem Programm. Von Mai bis Oktober haben 150 Mitglieder der Kinderjury insgesamt 1245 Beurteilungen zu 60 Büchern, die in drei Altersklassen aufgeteilt waren, abgegeben. Die Neun- bis Fünfzehnjährigen mussten mindestens fünf Bücher lesen, um sich an der Jury beteiligen zu können. Den Rekord stellte Hannah Schandor mit 49 gelesenen Büchern auf.

Auf den ersten Platz in der Altersgruppe fünfte bis siebte Klasse wählte die Jury Alea Aquarius. Der Ruf des Wassers von Tanya Stewner, erschienen im Oetinger Verlag. Die Autorin war zur Auszeichnung gekommen und konnte die Urkunde von Andrea Ruthemeyer persönlich entgegennehmen.

Der Siegertitel
Der Siegertitel
Platz 2
Platz 2
Platz 3
Platz 3

In der Kategorie dritte und vierte Klasse kürten die Kinder Ferien in Beekbüll von Ingrid Uebe, Ravensburger; bei der Altersgruppe achte und neunte Klasse kam Bodyguard – Die Geisel von Chris Bradford, cbj, am besten an.

„Die ‚Klapperschlange’ als Auszeichnung, die von Kindern vergeben wird, hat einen guten Ruf. Der Oetinger Verlag wird damit werben“, sagte Troost.

Es wäre sehr schade, wenn diese seit über drei Jahrzehnten bestehende Kinderbuchmesse mit der Auszeichnung des beliebtesten Buches nicht mehr veranstaltet werden könnte. Dabei wissen die Engagierten: Für das Ehrenamt ist in der Gegenwart kaum einer mehr zu begeistern. „Die Gesellschaft hat sich verändert“, sagt Sylvia Grothe, ebenfalls seit vielen Jahren im Kinderverein aktiv.

Thomas Pauly, Buchhandlung Tatzelwurm
Thomas Pauly, Buchhandlung Tatzelwurm
Blick in den Saal
Blick in den Saal

Bleibt zu hoffen, dass sich begeisterte Menschen finden – Interessierte können über www.kinderverein-kalbach.de mehr über die Arbeit des Vereins und seine Aktivitäten erfahren.

JF

Kommentare (1)
  1. …bemerkenswerte und fast schon ungewähnliche Aktivität
    in einem großstädtischen Grenzbezirk für Kinder das Lesen
    attraktiv zu machen und den lesenden Schülern die Jury
    zu überlassen, um Kinderbücher nach persönlichen Eindrücken
    zu empfehlen und auch auszuzeichnen. Dass eine Leseratte
    dann 49 Kinderbücher durchliest, um eine Auswahl zu treffen,
    ist eine kaum zu überbietende Lesekunst und spricht für
    die Anziehungskraft von Kinderbüchern im Zeitalter elektronischer
    Geschwindigkeit. Bitte um Informationen zum Überleben dieser
    KinderBuchMesse, bin daran sehr interessiert und biete Teilnahme
    an.

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