Veranstaltungen Frankfurt: BuchStapler-Auftakt mit Fußball-Profi Timothy Chandler

In der Frankfurter Textorschule herrschte schon seit Tagen helle Aufregung: Zum Start der Leseförder-Aktion BuchStapler war Eintracht Frankfurt-Spieler Timothy Chandler angekündigt. Der stand dann tatsächlich am gestrigen Montagmorgen in der kleinen Schulbibliothek. Roswitha Kopp von der Stadtbücherei Frankfurt erläuterte die Aktion, die mittlerweile im 24. Jahr stattfindet. Rund 3000 Kinder jährlich beteiligen sich. Vor drei Jahren wurde aus dem ursprünglichen Buch auf – Meinung ab! der Titel BuchStapler. Damit sollen Kinder im Alter zwischen acht und zwölf Jahren angesprochen werden. Das Ziel ist gleich geblieben; es geht nicht nur darum, mindestens einen der 30 von Kinderbuchexperten der Stadtbücherei ausgesuchten 2018 erschienen Titel in den Gruppen Kinderbücher und Kindersachbücher zu lesen, sondern den Inhalt auch mit ein paar eigenen Worten einzuschätzen.

In diesem Jahr sind Bücher von den Verlagen Egmont, Arena, Loewe, Tessloff, Edel:Kids Books, Carlsen, cbj, Fischer KJB, Planet!, Ravensburger, Oetinger, Dressler, Thienemann, Rowohlt TB, Boje, Coppenrath, Baumhaus, Aladin, Freies Geistesleben, Kiepenheuer & Witsch, Fischer Meyers Kinderbuch, Dorling Kindersley, FX Schmidt sowie Natur und Tier dabei.

Bis zum 23. März 2019 sollen alle Bewertungen an die Stadtbücherei Frankfurt geschickt werden. Den per Losentscheid ermittelten Gewinnern winken Eintrittskarten zum Abschlussfest der Aktion am 13. Mai 2019. Der langjährige Sponsor der Aktion, die Stiftung der Frankfurter Sparkasse, ermöglicht darüber hinaus eine Klassenfahrt nach Mainz ins Gutenberg-Museum, bei dem auch ein Besuch des Druckladens eingeplant ist und die Kinder selbst drucken können.

Auch 2019 stehen wieder in der Zentralen Kinder- und Jugendbibliothek, den Bibliothekszentren und Stadtteilbibliotheken, der Fahrbibliothek und in elf ausgewählten Schulbüchereien in Frankfurt die Aktionsbücher zum Ausleihen bereit. Vorschläge, wie die Bücher in den Unterricht integriert werden können, gibt es ebenfalls. Eine besondere Rolle spielt dabei die 1974 im Rahmen der Stadtbücherei Frankfurt gegründete Schulbibliothekarische Arbeitsstelle (sba). Die Mitarbeiter der sba und die für die Schulbücherei verantwortlichen Lehrer der Textorschule kennen einander gut. Die Schulbücherei, die zwei Standorte hat, wurde 2018 als beste ihrer Art in Frankfurt ausgezeichnet. Trotz der Lage im Souterrain der Schule ist die Bücherei hell und freundlich eingerichtet, bietet auf 70 Quadratmetern rund 1100 Medien und viel Platz zum Schmökern für die rund 450 Grund- und Europaschüler.

Schulleiterin Tamara Neckermann betonte: „Wir haben sehr engagierte Eltern, die es ermöglichen, dass die beiden Büchereien der Textorschule dienstags, donnerstags und freitags in der ersten Pause geöffnet haben.“ Das ist übrigens in vielen der 113 Frankfurter Schulbüchereien ähnlich, merkte Hanke Sühl, Leiterin der sba, an.

Ottilie Wenzler, Geschäftsführerin der 1997 gegründeten Stiftung der Frankfurter Sparkasse, unterstützt die Leseförderaktion gerne. Da die Stiftung auch Premium-Partner von Eintracht Frankfurt ist, lag es auf der Hand, den Eintracht-Profi Timothy Chandler zu fragen, ob er zum Auftakt dabei sein könne. Der sagte schnell zu: „Es geht um Kinder, da helfe ich gerne.“ Er selbst hätte sich gefreut, wenn es während seiner Grundschulzeit die Möglichkeit gegeben hätte, eine Bibliothek gemeinsam mit der Klasse zu besuchen. Doch davon wusste er nichts und ging so lieber auf die Straße, um Fußball zu spielen. „Heute muss einer, der Fußball-Profi werden will, gute Leistungen in der Schule haben, sonst wird nichts daraus“, sagte er den rund 50 Zweitklässlern später.

Zunächst las er aus dem Buch Das Ravioli-Chaos von Katja Reider, Rowohlt Taschenbuch, und aus Mega verrückte Fußballfakten von Christiana Braun, Fischer Meyers Kinderbuch, vor. Anschließend durften die Mädchen und Jungen Fragen stellen – sie trauten sich und wollten wissen, wie alt der Profi ist, ob er gerne liest, wie viele Rote Karten er bekam, wie viele Tore er schoss. Anschließend schrieb Chandler geduldig Autogramme und beantwortete zudem die Fragen von zwei Reporterinnen der Schülerzeitung.

Inzwischen verzauberte der Magier Jens Bork das junge Publikum und überraschte mit vielen Tricks.

Nach diesen zwei aufregenden Stunden gab es noch ein Buffet und lange Diskussionen über Fußball – und Bücher. Dass Timothy Chandler vorgelesen hat, beeindruckte die Kinder jedenfalls schwer.

JF

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