Ausstellungen Frankfurt: Ausstellung zum 80. Geburtstag von F. K. Waechter

Vorhang auf heißt die Ausstellung, die vorgestern in der Frankfurter Stadtbücherei mit Szenen aus Der Höllenhund eröffnet wurde. Damit wurde F. K. Waechter gedacht – der 2005 verstorbene Zeichner, Schriftsteller und Theaterautor und Regisseur wäre am 3. November 80 Jahre alt geworden.

Der Leiter der Musikbibliothek Martin Prescher begrüßte die Gäste, darunter die Familie Waechter, Freunde, Autoren und Mitarbeiter des Verlages der Autoren und der Henrich Editionen.

Wolfang Schopf, Leiter des Literaturarchivs der Goethe-Universität, begann mit Vorhang auf: „Der Vorhang geht auf. Ein Clown starrt erschrocken ins Publikum. Er sieht an seinen Seiten die Vorhanghälften sich von ihm entfernen und rudert hilflos mit den Armen …“ Der Clown will beide Vorhanghälften festhalten, doch die Mechanik ist stark, der Clown zerreißt, „Sein Blut fließt über die Rampe.“ Die Zeilen sind traurig und komisch zugleich. Diese Mischung ist in vielen Texten Waechters zu finden.

Schopf gab bekannt, dass das Literaturarchiv der Goethe-Universität einen besonderen Teil von Waechters Nachlass erhält, insgesamt 7336 Seiten zu 38 Theaterstücken und sechs Opern sowie weiteren Bühnenwerken. „Das ergänzt das Archiv des Verlages der Autoren. Es gibt ein Gesamtbild vom ersten Entwurf von F. K. Waechter bis zum gedruckten Buch“, erläuterte der Germanist und Kurator und leitete zur Exposition im Untergeschoss der Stadtbücherei über: „In der Ausstellung wird die Unschärfe zwischen Text und Zeichnung bei F. K. Waechter deutlich.“ Dort sind an drei Wänden – umrahmt von einem roten Vorhang Reproduktionen von Manuskripten auf Textilsegeln, an den beiden Seiten knapp 30 Montagen zu Theaterstücken, Büchern, Plakaten und Programmheften – zu sehen.

„F. K. Waechter hat viele verzaubert mit seinen poetischen Erfindungen. Für mich war er Zeichner, Schriftsteller und Theaterautor in einem“, sagte Marion Victor, langjährige Lektorin von Waechter beim Verlag der Autoren. Sei nannte Beispiele, wie aus Theaterstücken Bücher entstanden und umgedreht: „Prinz Hamlet erschien in der Theaterfassung 1996, als Buch fast zehn Jahre später bei Diogenes. Leider nahmen die deutschen Theater das Stück nicht wirklich an. Aber das Buch wurde von der Kritik als ‚Geniestreich’ gefeiert.

Anders lief es bei Die Schöpfung – die kam 2002 als Buch ebenfalls bei Diogenes heraus, die Idee dazu entstand ein Jahr vorher am Theaterhaus.“

Der Höllenhund sei wenige Wochen vor Waechters Tod entstanden, allerdings nicht fertig geworden. Das Buch werde aber 2018 in einer vollständigen Ausgabe bei Diogenes erscheinen.

Die Gäste konnten an diesem Abend bereits einzelne Szenen miterleben: Beeindruckend erzählte Edgar M. Böhlke, er interpretierte nuanciert den Teufel, den Höllenhund, die drei Töchter und den Vater. Akkordeon, Flügel und Gesang übernahm Christine Weghoff, das Schlagwerk Olaf Pyras.

Anschließend führte Wolfgang Schopf durch die Ausstellung, die bis zum 30. Dezember 2017 in der Stadtbücherei zu sehen ist.

JF

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