Veranstaltungen Frankfurt: Acht Visionen. Zukunft, Arbeit, Literatur.

Nach Acht Betrachtungen 2012/13 und Acht Betrachtungen II 2015/16 – beides Kooperationen zwischen dem Literaturhaus Frankfurt, jeweils acht Autoren und dem Museum für Modernen Kunst Frankfurt, ist nun eine dritte Auflage unter dem Titel Acht Visionen. Zukunft, Arbeit, Literatur geplant.

Dabei ist das Museum für Kommunikation diesmal Partner des Literaturhauses. Es geht um die Zukunft der Arbeit im digitalen Transformationsprozess, um ein in die Zukunft weisendes Gespräch.

„Wir haben mit den Acht Betrachtungen gute Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Museen gemacht“, betonte Hauke Hückstädt, Leiter des Literaturhauses, auf der heutigen Pressekonferenz.

„Seit 2017 geht es im Museum für Kommunikation zunehmend digital zu. Wir wollen aber nicht nur ausstellen, sondern über die Gegenwart sprechen, über die Zukunft diskutieren und dabei die Bürger einbeziehen“, erläuterte Tine Nowak, Projektleiterin Leben & Lernen X.O im Museum.

Das Haus steht den acht Autoren – Katharina Adler, Isabelle Lehn, Mariana Leky, Lukas Rietzschel, Jochen Schmidt, Thomas von Steinaecker, Daniel Wisser und Julia Wolf – offen. Sie können sich nicht nur die Expositionen anschauen, ihnen steht auch das umfangreiche Archiv zur Verfügung.

Dabei hat Tine Nowak ganz eigene Erfahrungen mit Besuchern zu bieten: „Kinder staunen bei uns heute schon über ein Telefon mit Wählscheibe.“

Hückstädt verriet, dass es diesmal im Vergleich zu den vorausgegangenen  Acht Betrachtungen gar nicht so einfach war, Autoren für dieses Thema zu gewinnen. „Aber trotz vieler Skrupel bei den Schriftstellern haben wir doch acht Autoren begeistern können.“

Per Video war Thomas von Steinaecker, der bereits an Acht Betrachtungen I teilgenommen hat und sich gerade in der Villa Massimo in Rom aufhält, zugeschaltet. „Was für ein Beruf müsste für die Zukunft erfunden werden?“, fragte Hückstädt. „Man sollte nicht nur an Künstlicher Intelligenz arbeiten, sondern auch an Künstlichen Emotionen“, antwortete der Autor. Auf die Frage, welche Genres für die Acht Visionen geeignet seien, bemerkte von Steinaecker, dass es nicht nur auf Science Fiction ankäme, sondern eher auf einen „hyperrealistischen Blick“, der die Dinge nicht nur aus einer Perspektive betrachte. Dass die Literatur beispielsweise mit Thomas Morus 1516 und seiner Utopia oder Aldous Huxley 1932 mit Schöne neue Welt oder auch Karen Duve 2016 mit Macht der Zeit voraus war, relativierte von Steinaecker: „Der Gedanke ist zwar angenehm, dass Literatur eine klare Wahrnehmung hat, aber festgestellt werden kann das eben erst im Nachhinein.“ Der Autor hat bereits Kontakt mit dem Museum für Kommunikation aufgenommen und das Haus besucht. „Ich brauche Inspiration und Zeit für meine Arbeit“, ergänzte er. Für ihn sei Science Fiction auch immer etwas Philosophisches. Schließlich sei es die Königsdisziplin der Literatur, etwas Phantastisches zu entwerfen und mit grundsätzlichen Fragen zu verbinden.

„Die Kommunikation zwischen Deutschland und Rom ist gerade und bezeichnenderweise schlecht, wir müssen das Gespräch beenden“, äußerte Hückstädt.

Zudem war noch eine zweite Videoschaltung zu Isabelle Lehn nach Leipzig vorbereitet. Sie schlug als Beruf der Zukunft einen Ausstiegsbegleiter aus der Arbeit vor. Während bei Hückstädt in seinen frühen Zukunftsbildern Schwebebahnen und Amphibienfahrzeuge vorkommen, ist für Lehn die Zukunft ein weißes Blatt, das mit Optimismus zu gestalten ist. „Weniger Autos, bessere Luft und mehr Grün gehören für mich auch dazu“, unterstrich die Autorin.

Ein ebenfalls schreibender Mensch hätte sie vor 100 Jahren sicher um das Internet und seine Möglichkeiten beneidet. „Aber so sehr würden wir uns wohl gar nicht unterscheiden. Das Schreiben ist eine aus der Zeit gefallene Arbeit“, sagte Lehn. Das Museum für Kommunikation hat die Autorin bisher nur digital besucht, aber ein realer Gang durch die Räume werde folgen.

Die Veranstaltungen zu Acht Visionen finden jeweils um 19.30 Uhr im Lichthof des Museums für Kommunikation statt. Den Auftakt am 18. September 2019 bestreiten Katharina Adler und Daniel Wisser, am 27. November sind Isabelle Lehn und Jochen Schmidt, am 19. Februar 2020 Thomas von Steinaecker und Julia Wolf zu Gast. Das abschließende Gespräch führen Mariana Leky und Lukas Rietzschel am 22. April 2020.

Auch zur dritten Ausgabe von acht literarischen Texten wird es ein Buch geben, wieder publizieren die Henrich Editionen die Arbeiten. Das Buch soll im Literaturhaus am 24. Juni 2020 in Anwesenheit aller Autoren vorgestellt werden.

Karten für die einzelnen Veranstaltungen sind unter literaturhaus-frankfurt.de und im Museum für Kommunikation an der Kasse erhältlich.

Acht Visionen wird von der Aventis Foundation und dem Kulturamt Frankfurt unterstützt.

JF

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