Veranstaltungen F. K. Waechter: Buch und Ausstellung im Jubiläumsjahr

Gestern fand im Holzhausenschlösschen in Frankfurt eine besondere Veranstaltung statt: Herausgeberin Hanne Kulessa stellte mit Kollegen das Buch Das Huhn vor, soeben in den Henrich Editionen erschienen. Verlegerin Christina Henrich-Kalveram unterstrich den für das Editionshaus wichtigen lokalen Bezug: „Die im Buch dargestellten Hühner sind nicht irgendwelche, sondern wurden von Friedrich Karl Waechter, der 2005 verstarb und 2017 seinen 80. Geburtstag gefeiert hätte, gezeichnet und von Claus Bury fotografiert. Beide Künstler sind Frankfurter.“ Beim Betrachten funktioniere die alltägliche Orientierung nicht mehr, Bury setzte Hühner abseits vom Gewohnten fotografisch in Szene, Waechter, Mitglied der Frankfurter Schule, zeichnete sie auf seine ganz besondere Weise. „Es ist ein Buch für Quer- und Andersdenker“, bemerkte Henrich-Kalveram.

Christina Henrich-Kalveram

 

Hanne Kulessa fügte hinzu: „Es ist ein Buch der Freundschaft und enthält bisher unveröffentlichte Zeichnungen aus meiner privaten Hühner-Sammlung von F. K. Waechter, Claus Bury ergänzte die Blätter mit Fotos, setzte so Waechters Werk auf seine Art fort. Als ich von ihm wieder einmal eine Hühner-Fotopostkarte bekam, sagte ich: Daraus muss mal eine Hühnerausstellung werden. Bury antwortete: Oder ein Buch. Voilà!“ Außerdem enthält das Bändchen Essays von Andreas Platthaus und Verena Auffermann.

Für den verhinderten Platthaus sprang Hans Zippert ein und hielt eine launige Rede über seine erste Begegnung mit F. K. Waechter 1988, als Zippert Redakteur und von 1990 bis 1995 Chefredakteur der Satirezeitschrift Titanic war; berichtete über die Religion von Tieren und von seinem Zivildienst in einer Vogelschutzwarte. Zum Schluss warf Zippert einen von Fotos begleiteten Blick auf missglückte Hühnerbilder von Albrecht Dürer, Rembrandt, Franz Marc, Alberto Giacometti und ein „halbwegs gelungenes Hühnerbild“ von René Magritte.

Das Huhn, gleichsam Waechters gezeichnetes Totem, begegnet dem Betrachter nicht nur im Buch, sondern auch in einer kleinen Ausstellung im Foyer des Holzhausenschlösschens.

JF

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