Mit 15.000 Euro dotiert Erich Fried Preis 2019 geht an Steffen Mensching

Steffen Mensching

Christoph Hein wurde als junger Schriftsteller im Jahr 1990 vom deutschen Literaturwissenschaftler Hans Mayer zum ersten Erich Fried Preisträger ernannt. Auch fast dreißig Jahre später hat sich an der Zuerkennung des Preises durch eine/n wichtige/n deutschprachige/n Autor/in nichts geändert.  2019 zeichnet Christoph Hein für die Wahl verantwortlich. Er hat sich für Steffen Mensching entschieden, Dichter, Romancier und Theaterintendant in Rudolstadt.

Christoph Hein in seiner Jurybegründung:  „Mit seinem Roman Schermanns Augen gelang es Steffen Mensching, einen Roman zu schreiben, der die erste Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts erfasst und genauesten zu benennen vermag. […] Und wenn sich dem Leser des umfänglichen Romans sukzessiv dessen Konstruktion erschließt, entsteht eine weitere und völlig andere Spannung. Unwillkürlich fragt man sich bei der Lektüre, ob der kühne und aberwitzige Einfall den riesigen Roman zu tragen imstande ist. Denn Mensching verortet seinen europäischen Jahrhundertroman an einem einzigen Fleck, einer winzigen und völlig entlegenen Ortschaft, in Safranowka, dem GULAG ITL 47. Ihm gelingt es, dieses winzige Lager im unwirtlichen Sibirien zum Dreh- und Angelpunkt seines gewaltigen Werkes zu machen, einer Arbeit, die minutiös genau ist, faktenreich und quellensicher. Es ist nichts weniger als ein Jahrhundertroman.“

Der mit 15.000 Euro dotierte Literaturpreis wird vom Bundeskanzleramt gestiftet und von der Internationalen Erich Fried Gesellschaft vergeben. Die Preisverleihung findet zum Festivalabschluss am 1. Dezember im Literaturhaus Wien statt.

Wir sprachen mit Steffen Mensching im Autorengespräch zur Entstehungsgeschichte und Hintergünden seines Romans.

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