Personalia Econ Verlag: Jens Schadendorf hat gekündigt

Ein Wermutstropfen fällt in die Stimmung des Einweihungsfestes, mit dem heute die Ullstein Buchverlage offiziell ihr neues Domizil in Berlin vorstellen: Jens Schadendorf, Programmleitung Econ Verlag , hat am gestern gekündigt, wie aus dieser Mail hervorgeht, die er an Freunde und Kolelgn gesandt hat und die wir hier ansonsten unkommentiert weiterreichen, da wir selbst alle unterwegs sind und Schadendorf selber schreibt: „Einige von Ihnen wissen es schon, demnächst wissen es alle:“

„Liebe Freunde und Kollegen, ich möchte Ihnen mitteilen, dass ich gestern, am 30.9., meinen Vertrag mit der Ullstein Buchverlage GmbH gekündigt habe.

Dieser Schritt ist mir nicht leicht gefallen. Viereinhalb Jahre habe ich den Econ Verlag als Programmleiter, zunächst für die Wirtschaft, dann auch für das allgemeine Sachbuch, entscheidend mitprägen dürfen, zuletzt etwa mit den Bestsellern von Jan Ulrich („Ganz oder gar nicht“) und Hans-Werner Sinn („Ist Deutschland noch zu retten?“, im November Corine-Buchpreis).

Eine Zeit mit interessanten und inspirierenden Menschen – Autoren, Agenten, Geschäftspartnern, Kollegen, Freunden, Ihnen -, mit spannenden Themen und mit viel Bewegung in der Verlagslandschaft liegt hinter mir. Nichts davon möchte ich missen, auch nicht die herausfordernden Monate nach dem Eigentümer- und Geschäftsführerwechsel und dem Umzug nach Berlin.

Ich habe mich nicht über Nacht zu meiner Kündigung entschlossen, sie ist vielmehr das Ergebnis wochen- und monatelanger Überlegungen. Nach dem Geschäftsführerwechsel und dem Umzug nach Berlin hat sich für unser Verlagshaus im Allgemeinen und für Econ im Besonderen vieles verändert. Wer mich genauer kennt, der weiß, dass gerade die Veränderung mich sehr reizt. Allerdings begann ich bereits im Frühjahr in München zuerst zu ahnen und später in Berlin schnell unvermeidlich festzustellen, dass ich mit meinen fachlichen und menschlichen Stärken und Leidenschaften im Hause Ullstein Buchverlage nicht mehr am richtigen Ort bin. Die Vorstellungen über das Wie (des Umgangs miteinander) und über das Was (d.h. das Zustandekommen und die Richtung von Programmentscheidungen) lagen doch allzu sehr auseinander.

Da mein Vertrag eine sehr lange Kündigungsfrist vorsieht – sechs Monate zum Ende des Quartals – musste ich mich nun, direkt vor der Buchmesse, zur Kündigung entschließen – mit der Folge, dass ich auf der Messe „nur“ privat, Freitag und Samstag, präsent sein werde. Alle anderen, also die „geschäftlichen“ Termine als Econ Programmleiter kann ich nun nicht mehr wahrnehmen.

Es sind vor kurzem drei Verlage an mich herangetreten, die sich vorstellen könnten, dass ich zu ihnen wechsle. Die Gespräche dauern die nächsten Wochen an, doch auch unabhängig von diesen konkreten Gesprächen werde ich in Ruhe überlegen, wie die Zeit nach dem 1.4.2005 für mich aussehen könnte. Bis maximal Ende März nächsten Jahres werde ich damit noch hier in Berlin sein – werde also weiter pendeln zwischen meinem Wohnort München und meinem Arbeitsort Berlin. Sollte ich aber, so die mündliche Vereinbarung, innerhalb des nächsten Halbjahres zu einem (im weitesten Sinne) Konkurrenzverlag wechseln wollen, wird man mich wohl vorzeitig freistellen.

Natürlich bin ich auch ein wenig traurig, Econ zu verlassen – wie auch nicht: nach diesen spannenden Zeiten, mit vielen Kollegen, die ich schätze. Doch es überwiegt sehr eindeutig das Gefühl der inneren Befreiung und das Gefühl, die richtige Entscheidung gefällt zu haben.“

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