Top-Personalie Dr. Rüdiger Salat scheidet bei Holtzbrinck aus

Das ist ein schon ein Hammer: Dr. Rüdiger Salat (54), als Geschäftsführer maßgeblich dafür verantwortlich, dass der damals in tiefroten Zahlen steckende Buchbereich des Holtzbrinck-Konzerns einen beispiellosen Aufstieg erlebte, scheidet zum Jahresende aus der Verlagsgruppe aus – siehe unsere Blitzmeldung von eben [mehr…]. Über die Gründe darf spekuliert werden.

Der bestens vernetzte, sympathische Manager, der noch von Dieter von Holtzbrinck eingestellt wurde, kam 1998 als kaufmännischer Geschäftsführer vom dtv in die Holtzbrinck-Zentrale nach Stuttgart, stieg ein Jahr später in die Geschäftsleitung auf und ist seitdem als „Buch-Chef“ für den Geschäftsbereich deutsche Publikumsverlage verantwortlich.

War seine erfolgreiche Führung der Holtzbrinck-Publikumsverlage vielleicht „Schuld daran“, dass Rüdiger Salat nun eine neue Herausforderung sucht? Auffällig ist jedenfalls, dass sich der hochgewachsene Topmanager seit der im Sommer dieses Jahres verkündeten Neustrukturierung des Konzerns in einen international agierenden Geschäftsbereich belletristische und Sachbuchverlage, in einen weltweit agierenden Geschäftsbereich Wissenschaft und Bildung sowie in den Geschäftsbereich Holtzbrinck Medien [mehr…] kaum noch in der Öffentlichkeit aufgetreten ist. Hat er in dem neuen System eventuell keine Rolle mehr gespielt, sodass er nun nach 15 Jahren eine „Luftveränderung“ sucht?

In einer Presseerklärung würdigt Dr. Stefan von Holtzbrinck, Vorsitzender der Geschäftsführung der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, Salats Tätigkeit im Unternehmen: „Rüdiger Salat hat den Geschäftsbereich der deutschsprachigen Buchverlage zu Beginn seiner Tätigkeit schnell wieder zu einem ertragreichen Standbein der Verlagsgruppe gemacht. Er erzielt mit seinen Kolleginnen und Kollegen in den einzelnen Häusern seit vielen Jahren Ergebnisse deutlich oberhalb der Marktentwicklung. Das gilt für Umsatzwachstum wie für Rentabilität. Mit großer Sensibilität band er die Verlage in strategische Initiativen ein, welche die Wirtschaftlichkeit und die Innovationsfähigkeit der einzelnen Unternehmen entscheidend verbesserten, ohne deren Kreativität zu schmälern. Als integraler Bestandteil seiner Strategie wurden dabei immer die individuellen Profile der Häuser gestärkt und die Verleger in ihrer Unabhängigkeit unterstützt. Es ist zudem Herrn Salats Verdienst, für uns frühzeitig die Chancen der Digitalisierung erschlossen zu haben. Das größte deutschsprachige Leser- und Autorennetzwerk Lovelybooks.de und das Joint Venture skoobe.de sind als gelungene Beispiele für den von ihm initiierten Erfolg unserer Häuser im Digitalbereich zu nennen. Vor allem stimmt uns glücklich, dass es unseren Verlagen regelmäßig gelingt, die Bestsellerlisten anzuführen und dabei ihren hohen inhaltlichen Qualitätsanspruch beizubehalten. Viele renommierte literarische Auszeichnungen wären beispielhaft zu erwähnen. Meine Schwester Monika Schoeller und ich bedauern Rüdiger Salats Entscheidung sehr. Wir danken ihm für seinen unternehmerischen Weitblick, seinen Einsatz und seine Energie, mit denen er diesen Kernbereich unserer Verlagsgruppe nachhaltig geprägt und innovativ entwickelt hat.“

Rüdiger Salat betont: „Die Zeit bei der Verlagsgruppe war dank meiner Kollegen in den deutschen und internationalen Verlagen sowie in der Holding außerordentlich erfüllend. Den Gesellschaftern danke ich besonders dafür, dass sie mir von Anfang an ein sehr selbständiges Arbeiten ermöglicht haben. Dies gilt sowohl für die Phase des Turnaround unter Dieter von Holtzbrinck, als auch in den Jahren des weiteren Aufschwungs unserer Häuser und des Aufbaus digitaler Geschäftsmodelle mit Stefan von Holtzbrinck. Mein Dank gilt ebenso den Aufsichtsräten und allen langfristigen Geschäftspartnern, besonders in Buchhandel, Distribution und Druck, und vor allem auch meinen Kollegen in der Holding und in den Verlagshäusern für die so enge und fruchtbare Zusammenarbeit. Der Verlagsgruppe werde ich mindestens bis zum Jahresende 2012 zur Verfügung stehen und dabei die deutschen Publikumsverlage im Rahmen der neuen, internationalen Trade Division mit unveränderter Kraft begleiten.“

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