Independents Die Kurt-Wolff-Stiftung fordert die Politik zum Handeln auf / Große Unruhe bei den kleinen Verlagen

Der Vorstand der Kurt-Wolff-Stiftung wunderhorn.verlag@t-online.de (Manfred Metzner, Brigitte Ebersbach, Klaus Wagenbach) hat heute diese öffentliche Erklärung herausgegeben:

Die Nachrichten aus der Verlagsbranche in den letzten Wochen sind in höchstem Maße Besorgnis erregend. Umsatzeinbrüche, Schließung von unzähligen Buchhandlungen, Subventionskürzungen für Übersetzungen, die Diskussionen um Basel II und die damit verbundenen Kreditkündigungen bei Mittelstandsbetrieben verursachen gerade bei kleineren Verlagen Unruhe, Unsicherheit und existenzielle Sorgen.
Die Politik und der Börsenverein des Deutschen Buchhandels haben in den letzten Jahren bei den Auseinandersetzungen um die Buchpreisbindung gegenüber Brüssel immer wieder die in Deutschland bestehende Verlags-und Buchhandelsstruktur für eine kulturellen Vielfalt beispielhaft ins Feld geführt.
Der Beitrag der Verlage und Buchhandlungen zu dieser kulturellen Vielfalt steht außer Frage.
Diese kulturelle Vielfalt war und ist in dieser Zeit extrem bedroht.
Wir fordern die Verantwortlichen – den Börsenverein, den Staatsminister für Kultur, den Bundesminister für Wirtschaft und die Kultus-und Wirtschaftminister der Länder auf, umgehend einen Runden Tisch einzuberufen, an dem über die gegenwärtige Situation gesprochen wird und Maßnahmen geplant werden, die diese kulturelle Vielfalt sichern und ausbauen. Bei diesen Gesprächen erwarten wir, daß die vorbildhaften Förder-Programme Frankreichs (z.B. langfristige Staatsdarlehen an unabhängige Buchhandlungen und Verlage) und die Förderprogramme für die deutsche Filmwirtschaft als Diskussionsgrundlage genommen werden.

Der Vorstand der Kurt-Wolff-Stiftung
Manfred Metzner, Brigitte Ebersbach, Klaus Wagenbach
16.7.2002

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