Monika Grütters: Das Preisgeld des Kurt Wolff Preises wird aufgestockt Die Kurt Wolff Stiftung feierte ihr 20-jähriges Jubiläum mit einem Neujahrsempfang

Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der Kurt Wolff Stiftung fand gestern Abend in der Vertretung des Freistaates Sachsen in Berlin ein Neujahrsempfang statt. Der Hausherr, Staatssekretär Conrad Clemens, konnte an die 300 Gäste begrüßen, darunter Verlegerinnen und Verleger, Buchhändler und Buchhändlerinnen sowie Vertreter aus Politik und Medien.

Im Einsatz für eine vielfältige Verlagslandschaft: Leif Greinus, Jörg Sundermeier, Britta Jürgs, Monika Grütters, Joachim Kersten

Kulturstaatsministerin Monika Grütters würdigte in ihrem Grußwort die Verdienste der Stiftung um die verlegerische und literarische Vielfalt: „Wir haben in Deutschland eine der lebendigsten und facettenreichsten Verlagslandschaften der Welt. Dafür leistet die Kurt Wolff Stiftung einen wichtigen Beitrag, indem sie seit 20 Jahren unabhängige Verlage unterstützt und ihnen ein Netzwerk bietet“, lobte sie und machte der Kurt Wolff Stiftung ein feines  Geburtstagsgeschenk: Der Bund stockt die Förderung für die Kurt Wolff Stiftung von diesem Jahr an von bislang 85.000 Euro auf 105.000 Euro auf. So wird ermöglicht, das Preisgeld des Kurt Wolff Preises von bisher 26.000 Euro auf 35.000 Euro zu erhöhen, der Förderpreis ist zukünftig mit 15.000 Euro anstelle von 5.000 Euro dotiert.

Die Staatsministerin wies zugleich auf die schwierige Marktsituation der kleinen und unabhängigen Verlage hin. Durch die Marktmacht großer Monopolisten, die Rückzahlungen an die VG Wort, die Insolvenz des Zwischenhändlers KNV und die zahlreichen Auslistungen bei Libri sei der raue Wind härter geworden. „Damit drohen Verluste an verlegerischer Vielfalt, Verluste an Stimmen im öffentlichen Diskurs, Verluste also für Debattenkultur und Demokratie. Deshalb ist es mir ein Herzensanliegen, kleine und unabhängige Verlage zu unterstützen.“ Sie plane daher eine Marktstudie zur Situation dieser Verlage in Auftrag zu geben, denn eine solche Studie könne aufzeigen, wo künftig noch mehr Unterstützung notwendig sei, damit die verlegerische und literarische Vielfalt in Deutschland erhalten bleibt.

Joachim Kersten, der Vorsitzende des Kuratoriums, gab einen Einblick in die Geschichte der Kurt Wolff Stiftung, die vor zwanzig Jahren von Verlegerinnen und Verlegern sowie dem damaligen Kulturstaatsminister Michael Naumann gegründet wurde. Auch die Vorstandsvorsitzende Britta Jürgs erwähnte in ihrer Rede ihre Vorgänger. Manfred Metzner und Stefan Weidle hätten viel dazu beigetragen, dass die Stiftung zu dem wurde, was sie jetzt ist. Und gemeinsam mit ihren Vorstandskollegen Leif Greinus und Jörg Sundermeier habe sie sich in den vergangenen fünf Jahren der schönen, aber auch nicht immer einfachen Aufgabe gewidmet, die Aufmerksamkeit für unabhängige Verlage und deren kulturellen Beitrag weiter zu erhöhen und neue Impulse zu setzen. So sei die Stiftung der International Alliance of International Publishers beigetreten, um sich verstärkt für Bibliodiversität einzusetzen.

Britta Jürgs freute sich nicht nur über den von Monika Grütters bereits zum zweiten Mal – ebenfalls mit erhöhtem Preisgeld – ausgelobten Deutschen Verlagspreis und den Deutschen Buchhandlungspreis, sondern auch über die Aufstockung der Preisgelder für den Kurt Wolff Preis. Die diesjährigen Preisträger, der Arco Verlag für den Hauptpreis sowie Hentrich & Hentrich für den Förderpreis (wir berichteten), die auf der Leipziger Buchmesse im März ausgezeichnet werden, kämen bereits in den Genuss des erhöhten Preisgelds. „Die ist eine Ermutigung, ihre wichtige Arbeit fortzusetzen“, so Britta Jürgs, die ebenfalls auf die Herausforderungen für die unabhängige Verlage einging „Die Vielfalt der Verlags- und Literaturszene ist heute noch viel stärker bedroht, als vor 20 Jahren auch nur zu erahnen war“, sagte sie. „Lassen Sie uns weiterhin gemeinsam Wege suchen, um auch in Zukunft in und mit unseren Verlagsprogrammen und mit unseren Autorinnen und Autoren, Übersetzerinnen und Übersetzern einen Beitrag zu einer vielfältigen, bunten und toleranten Kultur und Gesellschaft leisten zu können.“

ml

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