Ein neues Gütesiegel für Vielfalt im Kinder- und Jugendbuch Die ersten KIMI-Preisträger stehen fest

Zum ersten Mal wurde gestern Abend das KIMI-Siegel für Vielfalt in der Kinder- und Jugendliteratur verliehen. Rund 150 Gäste waren der Einladung in die Werkstatt der Kulturen in Berlin-Neukölln gefolgt.

Die Schauspielerin Joana Adu-Gyamfi und Tim Gailus, bekannt aus „Timster“ auf KiKA, führten heiter durch die Veranstaltung, bei der 41 Titel ausgezeichnet wurden, die „bunt und fröhlich, realistisch und fantasievoll, vor allem aber beiläufig vielfältig und ohne Klischees und Zuschreibungen aus der Welt von Kindern und Jugendlichen erzählen“. Insgesamt waren über 60 Titel, die im Jahr 2018 erschienen sind, eingereicht.

Tim Gailus, Jana Kühn, Gabriele Kondé, Joana Adu-Gyamfi (v.l.)

Jana Kühn, eine der Initiatorinnen des Projekts, erinnerte an KIMBUK, das erste vielfältige Kinderbuchfestival Deutschlands, das im vergangenen Juni stattfand (s. BuchMarkt September 2018). Aus dem Festival sei die Idee eines vielfältigen Kinderbuchsiegels entstanden, das ein öffentlich gut wahrnehmbares Zeichen setzen soll, sagte sie und freute sich über die bunte Mischung des Publikums, darunter Kinder und Jugendliche, Pressevertreter, Verlagsmitarbeiter, Buchhändler und Multiplikatoren.

Das Gütesiegel KIMI wurde in den Kategorien Bilderbuch, Kinderbuch und Jugendbuch verliehen. Die ausgezeichneten Titel:

Bilderbücher

  • Brendan Wenzel, Thomas Bodner: Alle sehen eine Katze (NordSüd)
  • Jacqueline Alcántra, Baptiste Paul: Das Spiel (NordSüd)
  • Kerstin Brichzin, Igor Kuprin: Der Junge im Rock (minedition)
  • Beatrice Alemagna, Anja Kootz: Ein großer Tag, an dem fast nichts passierte (Beltz & Gelberg)
  • Rüdiger Hansen, Raingard Knauer: Leon und Jelena. Ein Name für den Fisch (Bertelsmann Stiftung)
  • Luzie Loda: PS: Es gibt Lieblingseis (Marta Press)
  • Jenny Westin Verona, Jesús Verona: Kalle und Elsa. Ein Sommerabenteuer (Bohem)
  • Malala Yousafzai, Kerascoët: Malalas magischer Stift (NordSüd)
  • Kerascoët: Mein Weg mit Vanessa (Aladin)
  • Nicola Huppertz, Tobias Krejtschi: Meine Mutter, die Fee (Tulipan)
  • Jan von Holleben, Jörg Isermeyer, Arne Jørgen Kjosbakken: Meine wilde Wut (Beltz & Gelberg)
  • Pija Lindenbaum, Kerstin Behnken: Pudel mit Pommes (Oetinger)
  • John Kilaka, Maja Ruef: Schneller Hase. Ein Bilderbuch aus Tansania (Baobab Books)
  • Joanne Schwartz, Sydney Smith: Stadt am Meer (Aladin)
  • Constanze von Kitzing: Unsere große Welt (Carlsen)
  • Julie Völk: Wenn ich in die Schule geh: siehst du was, was ich nicht seh (Gerstenberg)

Kinderbücher

  • Marguerite Abouet, Mathieu Sapin, Ulrich Pröfrock: Auf die Katzen, fertig, los! (Reprodukt)
  • Sayantani DasGupta, Gabriele Haefs: Das Geheimnis des Schlangenkönigs (Carlsen)
  • Corinna Fuchs, Uli Velte, Igor Dolinger: Die Bunte Bande. Das gestohlene Fahrrad (Carlsen)
  • Kara La Reau, Jen Hill: Die unglaublich verrückten Abenteuer der Schnarch-Schwestern (Knesebeck)
  • Melba Escobar de Nogales, Elizabeth Builes, Jochen Weber: Das Glück ist ein Fisch. Eine Erzählung aus Kolumbien (Baobab Books)
  • Thomas Engelhardt, Monika Osberghaus: Im Gefängnis. Ein Kinderbuch über das Leben hinter Gittern (Klett Kinderbuch)
  • Martin Muser: Kannawoniwasein! Manchmal muss man einfach verduften (Carlsen)
  • Iben Akerlie, Ina Kronenberger: Lars, mein Freund (dtv/Reihe Hanser)
  • Karuna Riazi, Cornelia Panzacchi: Paheli. Spiel um alles oder nichts (Thienemann)
  • Astrid Frank, Regina Kehn: Uli Unsichtbar (Urachhaus)
  • Mareike Krügel, Nele Palmtag: Zelten mit Meerschwein (Beltz & Gelberg)

Jugendbücher

  • Tomi Adeyemi, Andrea Fischer: Children of Blood and Bone. Goldener Zorn (Fischer FJB)
  • Nic Stone, Karsten Singelmann: Dear Martin (Rowohlt Rotfuchs)
  • Eric Bell, André Mumot: Dieses Leben gehört: Alan Cole – bitte nicht knicken (Fischer Sauerländer)
  • Lauren Wolk, Birgitt Kollmann: Eine Insel zwischen Himmel und Meer (dtv/Reihe Hanser)
  • Jason Reynolds, Anja Hansen-Schmidt: Jede Menge Leben (dtv/Reihe Hanser)
  • David Arnold, Ulrich Thiele: Herzdenker (Arena)
  • Alex Wheatle, Conny Lösch: Liccle Bit. Der Kleine aus Crongton (Antje Kunstmann)
  • Jennifer Mathieu, Alice Jakubeit: Zeit zurückzuschlagen (Arctis Verlag)
  • Jason Reynolds, Anja Hansen-Schmidt: Patina. Was ich liebe und was ich hasse (dtv/Reihe Hanser)
  • Holly Bourne, Nina Frey: Spinster Girls – Was ist schon normal? (dtv)
  • Holly Bourne, Nina Frey: Spinster Girls – Was ist schon typisch Mädchen? (dtv)
  • Jutta Wilke: Stechmückensommer (Knesebeck)
  • Pénélope Bagieu, Claudia Sandberg, Heike Drescher: Unerschrocken 2. Fünfzehn Porträts außergewöhnlicher Frauen (Reprodukt)
  • Kristina Aamand, Ulrike Braun: Wenn Worte Waffen wären (Dressler)

Die Jury bestand in diesem Jahr aus Prof. Dr. Maisha-Maureen Auma (Diversity Studies Hochschule Magdeburg/Stendhal), Axel Bobe (Leitung INA.Kinder.Garten in Berlin), Dr. Janine Dieckmann (Amadeu Antonio Stiftung), Abbas Khider (Autor), Tanja Kollodzieyski (Bloggerin „Rollifräulein“) und Gabriele Koné (ISTA/Fachstelle Kinderwelten). Darüber hinaus waren zwei Kitagruppen und 30 Kinder und Jugendliche an der Juryarbeit beteiligt.

Das KIMBUK-Organisationsteam

Der KIMI sei eine wichtige, fast überfällige Initiative um Klischees entgegenzuwirken, betonte Margit Gottstein, Staatssekretärin für Verbraucherschutz und Antidiskriminierung im Berliner Senat, in ihrem Grußwort.

„Wir sind sehr glücklich, dass aus der Idee zum einem Festival für Diversität in Kinderbüchern im Jahr 2018 das KIMI Siegel entstanden ist“, betonte auch Gabriele Koné. Die die Juryarbeit zusammen mit Jana Kühn betreute. „Damit wird jährlich im Bereich Kinder-und Jugendliteratur ein sichtbares Zeichen für Diversität gesetzt. Wir möchten damit für das Thema sensibilisieren, aber auch zu mehr vielfältiger Literatur verhelfen.“

Der Aktivist Raul Krauthausen, der ebenfalls zum Team des Festivals gehört, lobte den KIMI als „Kompass in schwierigen Zeiten wie diesen“: „Wir wollen Brücken bauen, ein Bewusstsein dafür wecken, dass Vielfalt im Mainstream ankommen muss“, sagte er. Dazu sei man auf Unterstützer und Sponsoren angewiesen. Bisher ist das gesamte Team ehrenamtlich tätig.

Ein Mitglied der Jugendjury brachte es so auf den Punkt: „Die Juryarbeit hat viel Spaß gemacht und ich würde im nächsten Jahr gerne wieder mitmachen.“

Das zweite KIMBUK-Festival findet am 15. und 16. Mai 2020 statt. Dann soll auch wieder das KIMI-Siegel verliehen werden. Verlage können ab sofort Titel aus dem Jahr 2019 bei Jana Kühn und Gabriele Koné einreichen unter verlage@kimi-siegel.de.

Die ausgezeichneten Titel und die Jury-Begründung finden Sie unter http://kimi-siegel.de/

ml

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