Ausstellungen Die Berliner Bücherinseln zeigen Kinderbuchillustrationen aus dem Baltikum

Gestern Abend wurde in der Humboldt-Bibliothek in Berlin-Tegel eine Ausstellung mit Kinderbuchillustrationen von neun Künstlern aus Estland, Lettland und Litauen eröffnet. Die Vernissage bildete zugleich den Auftakt der Berliner Bücherinseln.

Ulrike Nickel

Der Berliner Verein kulturkind veranstaltet die Berliner Bücherinseln bereits zum achten Mal. Ehrengast ist in diesem Jahr das Baltikum. „Wir möchten Kindern zeigen und erklären wie Bücher entstehen, wir möchten ihnen die Möglichkeit eröffnen, die Menschen kennenzulernen, die unmittelbar an der Entstehung von Literatur beteiligt sind“, erläuterte die Vereinsvorsitzende Ulrike Nickel ihr Konzept. Der Verein widme sich besonders dem Thema „Vielfalt im Kinder- und Jugendbuch“, um dem weiten Spektrum kultureller Identitäten in der Gesellschaft gerecht zu werden. So könnten die Kinder lernen, ohne Hemmungen mit Menschen aus anderen Kulturen umzugehen.

Kęstutis Kasparavičius

Die Ausstellung unter dem Motto „Vielfalt“ zeigt die Crème de la Crème der baltischen Bilderbuchkunst: Ieva Babilaitė, Rūta Briede, Sigutė Chlebinskaitė, Kęstutis Kasparavičius, Regina Lukk-Toompere, Anita Paegle, Juris Petraškevičs, Ulla Saar und Kertu Sillaste. Am bekanntesten ist hierzulande der litauische Kinderbuchautor und –illustrator Kęstutis Kasparavičius. Auf Deutsch erschien zuletzt zum Gastauftritt Litauens auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse Die Reise ins Schlaraffenland (Urachhaus). Neben Kasparavičius ist auch die Illustratorin und Autorin Kertu Sillaste aus Estland auf dem deutschen Markt vertreten. Alle anderen ausgestellten Illustratoren sind hierzulande noch zu entdecken.

Kertu Sillaste

Kertu Sillastes Bilderbuch Nein, so ist es nicht! war gestern erst aus der Druckerei gekommen. Erschienen ist es als erstes Buch des Berliner Verlags Kullerkupp, der den Fokus auf neue nordische Kinderliteratur richtet. Der estnische Botschafter Mart Lannemäe lobte das Bilderbuch in seiner Begrüßungsrede als Lehrstück der Diplomatie.

Kertu Sillaste gehörte neben Kęstutis Kasparavičius, Juris Petraškevičs aus Lettland und der deutschen Illustratorin und Autorin Ute Krause zu den Künstlern, die gestern Abend auf dem Podium Platz nahmen und moderiert von Ulrike Nickel jeweils in ihrer Muttersprache über ihre Arbeit sprachen. Ihre Dolmetscher übersetzten. Das ergab einen schönen Einblick in die Vielfalt der Sprachen und Arbeitsweisen. Beim anschließenden Rundgang durch die Ausstellung gingen die anregenden Gespräche weiter.

Fast alle ausgestellten Illustratoren nehmen auch an den Berliner Bücherinseln teil und malen und basteln noch bis zum 19. Mai mit Berliner Schulkindern. Mit dabei sind ihre deutschen Kolleginnen Ute Krause, Kristina Andres, Barbara Steinitz und Regina Kehn. Aus Polen reist Piotr Socha an, dessen Buch Bienen (Gerstenberg Verlag) in diesem Jahr für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert ist.

Die Ausstellung ist noch bis zum 30 Juni in der Humboldt-Bibliothek, Karolinenstraße 19, 13507 Berlin zu sehen. Öffnungszeiten: Mo. -Fr. 11.00 – 19.00 Uhr, Sa. 11.00 – 16.00 Uhr

Kontakt: http://www.berliner-buecherinseln.de

ml

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