Begleitet von der Ausstellung „Vielfalt im Kinderbuch“ Die 10. Berliner Bücherinseln sind eröffnet

Ein Fest für die Kinderliteratur: Gestern Abend wurden in der Philipp-Schaeffer-Bibliothek in Berlin-Mitte die Berliner Bücherinseln eröffnet. Bereits zum 10. Mal lädt der Verein kulturkind Grundschulkinder ein, die Welt der Bücher zu entdecken und die Menschen kennenzulernen, die an der Entstehung von Literatur beteiligt sind.

Sybille Hein und Band

Schwungvoll begleiteten Sybille Hein und Band die Eröffnungsfeier. Anlässlich des Jubiläums wurde Ulrike Nickel, die Initiatorin des Projekts und Festivalleiterin, besonders gefeiert. Der Illustrator Einar Turkowski bescheinigte ihr in seinem Grußwort, vorgelesen von seiner Kollegin Stefanie Harjes, eine große Herzlichkeit und Wärme. Stefanie Harjes, die ebenfalls mehrfach bei dem Festival zu Gast war, dankte Ulrike Nickel, dass sie die Bücherinseln inmitten des Meeres der Literatur erfunden hat. In den Workshops habe sie viel von den Kindern gelernt, so Stefanie Harjes. Wer lernt hier eigentlich von wem, habe sie sich manchmal gefragt. „Im besten Fall inspirieren wir uns gegenseitig.“

Stefanie Harjes

Vielen Kindern fehle heute Zeit zum vergnüglichen Lesen, sagte Tim Holland vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels Landesverband Berlin-Brandenburg, doch er gab auch Entwarnung. Er sehe keinen Grund die Flinte ins Korn zu werfen oder das Buch aus der Hand zu legen, denn die Lage sei weniger schlimm als die Meldungen, dass Kinder nicht mehr lesen. „Es wird viel gelesen, aber nicht immer in Buchform“, so Tim Holland. Das Buch müsse sich heutzutage neu behaupten. „Dazu brauchen wir Fürsprecher und Vermittler“, sagte er. „Toll, dass es die Berliner Bücherinseln gibt!“ Seit nunmehr zehn Jahren gäben sie Kindern Einblick wie ein Buch entsteht und bauten damit Schwellen ab.

Tim Holland

Ulrike Nickel schilderte ihre Erfahrungen und Eindrücke aus der Bücherinsel-Arbeit der vergangenen Jahre. Das Festival habe sich im Berliner Kulturkalender und im Kalender der Grundschulen mittlerweile fest etabliert sagte sie. Sie erhalte viel positive Resonanz. „Kulturelle Kompetenz lässt sich eben nicht digital vermitteln.“ In der anschließenden Podiumsdiskussion sprach Ulrike mit den Illustratorinnen Jutta Bauer und Stefanie Harjes, dem Übersetzer Tobias Scheffel und der Autorin Silke Lambeck über deren Arbeit.

Ulrike Nickel

Begleitet wird das Jubiläumsprogramm der Berliner Bücherinseln von einer Ausstellung mit Bilderbuch-Illustrationen, die heute Abend, 18 Uhr im Beisein beteiligter Künstlerinnen und Künstler in der Humboldt-Bibliothek in Berlin-Tegel eröffnet wird. Die teilnehmenden Illustratorinnen und Illustratoren waren um ihre sehr persönliche Sicht auf das Thema Vielfalt gebeten: wie sie sich aus dem eigenen Erleben heraus zeigt, wie sie aus einer Begegnung, einer Wahrnehmung oder einer Erinnerung heraus erfahren und gesehen wird und wie sie schließlich als Illustration in einem Buch Ausdruck findet.

Die Arbeiten und ergänzende, persönliche Texte stammen von Kristina Andres, Hans Baltzer, Jutta Bauer, Aljoscha Blau, Sonja Danowski, Flix, Stefanie Harjes, Jörg Hilbert, Regina Kehn, Ute Krause, Tobias Krejtschi, Sebastian Meschenmoser, Barbara Nascimbeni, Isabel Pin, Sybille Schenker, Alexander Steffensmeier, Barbara Steinitz, Einar Turkowski, Sabine Wilharm und Iris Wolfermann.

Die Ausstellung „Vielfalt im Kinderbuch“ ist bis zum 31. Juli zu sehen in der Humboldt-Bibliothek, Karolinenstraße 19, 13507 Berlin.

ml

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