In diesem Jahr mit dem Sonderpreis "Neue Talente" im Bereich Übersetzungen Deutscher Jugendliteraturpreis: Die Nominierungsliste 2018

Auf der Leipziger Buchmesse wurden heute die Nominierungen zum Deutschen Jugendliteraturpreis 2018 bekannt gegeben. 32 Titel haben es auf die Liste geschafft – die Kritikerjury hat 24 Bücher nominiert, jeweils sechs in den Sparten Bilder-, Kinder-, Jugend- und Sachbuch. Die sechs Leseclubs der bundesweiten Jugendjury haben sich durch rund 250 Jugendbücher gearbeitet. Ihre sechs Favoriten – bei denen es eine Überschneidung mit den Nominierungen der Kritikerjury gibt – beschäftigen sich alle auf die eine oder andere Weise mit den Themen Mut und Zivilcourage.

Die Sonderpreise werden in diesem Jahr im Bereich Übersetzung vergeben. Mit dem Sonderpreis „Neue Talente“ soll auf die Leistungen deutscher Übersetzer*innen, die sich noch keine feste Marktposition erarbeitet haben, aufmerksam gemacht werden. Hierfür hat die Sonderpreisjury Werke geprüft, die in den letzten zwei Jahren erschienen sind, und drei deutsche Übersetzerinnen nominiert.

Nominierungen der Kritikerjury

Sparte Bilderbuch

  • Dorothée de Monfreid: Schläfst du?, aus dem Französischen von Ulrich Pröfrock (Reprodukt)
  • Carson Ellis: Wazn Teez?, aus dem Englischen von Jess Jochimsen und Anja Schöne (NordSüd)
  • Michaël Escoffier/Kris Di Giacomo: Grododo, aus dem Französischen von Anna Taube (Carlsen)
  • Sebastian Meschenmoser: Die verflixten sieben Geißlein (Thienemann)
  • Matthew Olshan/Sophie Blackall: Ballonfahrt mit Hund. Die (fast) wahre Geschichte der ersten internationalen Luftfahrt im Jahr 1785, aus dem Englischen von Leena Flegler (Gerstenberg)
  • Øyvind Torseter: Der siebente Bruder oder Das Herz im Marmeladenglas, aus dem Norwegischen von Maike Dörries (Gerstenberg)

    Sparte Kinderbuch

  • Megumi Iwasa/Jörg Mühle: Viele Grüße, Deine Giraffe, aus dem Japanischen von Ursula Gräfe (Moritz)
  • Silke Schlichtmann/Ulrike Möltgen: Bluma und das Gummischlangengeheimnis (Hanser)
  • Luc Blanvillain: Tagebuch eines Möchtegern-Versagers, aus dem Französischen von Maren Illinger (Fischer KJB)
  • Wieland Freund: Krakonos (Beltz & Gelberg)
  • Davide Morosinotto/Stefano Moro: Die Mississippi-Bande. Wie wir mit drei Dollar reich wurden, aus dem Italienischen von Cornelia Panzacchi (Thienemann)
  • Iain Lawrence: Der Riesentöter, aus dem Englischen von Alexandra Ernst (Freies Geistesleben)

Sparte Jugendbuch

  • Stefanie Höfler: Tanz der Tiefseequalle (Beltz & Gelberg)
  • Mette Eike Neerlin: Pferd, Pferd, Tiger, Tiger, aus dem Dänischen von Friederike Buchinger (Dressler)
  • Karl Olsberg: Boy in a White Room (Loewe)
  • Angie Thomas: The Hate U Give, aus dem Englischen von Henriette Zeltner (cbt)
  • Lena Gorelik: Mehr Schwarz als Lila (Rowohlt Berlin)
  • Manja Präkels: Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß (Verbrecher Verlag)

Sparte Sachbuch

  • Katharina von der Gathen/Anke Kuhl: Das Liebesleben der Tiere (Klett Kinderbuch)
  • Labor Ateliergemeinschaft: Ich so du so. Alles super normal (Beltz & Gelberg)
  • Alexandra Litwina/Anna Desnitskaya: In einem alten Haus in Moskau. Ein Streifzug durch 100 Jahre russische Geschichte, aus dem Russischen von Thomas Weiler und Lorenz Hoffmann (Gerstenberg)
  • Silke Vry/Martin Haake: Verborgene Schätze, versunkene Welten. Große Archäologen und ihre Entdeckungen (Gerstenberg)
  • Gianumberto Accinelli/Serena Viola: Der Dominoeffekt oder Die unsichtbaren Fäden der Natur, aus dem Italienischen von Ulrike Schimming (Fischer Sauerländer)
  • Brigitte Findakly/Lewis Trondheim/Dirk Rehm (Lettering): Mohnblumen aus dem Irak, aus dem Französischen von Ulrich Pröfrock (Reprodukt)

Nominierungen der Jugendjury

  • John Boyne: Der Junge auf dem Berg, aus dem Englischen von Ilse Layer (S. Fischer)
  • Lauren Wolk: Das Jahr, in dem ich lügen lernte, aus dem Englischen von Birgitt Kollmann (Hanser)
  • Anne Freytag: Den Mund voll ungesagter Dinge (Heyne fliegt)
  • Johannes Herwig: Bis die Sterne zittern (Gerstenberg)
  • Amie Kaufman/Jay Kristoff: Illuminae. Die Illuminae-Akten_01, aus dem Englischen von Gerald Jung und Katharina Orgaß (dtv)
  • Angie Thomas: The Hate U Give, aus dem Englischen von Henriette Zeltner (cbt)

Sonderpreis Übersetzung „Neue Talente“

  • Mina Arnoldi
  • Nominiert für ihre Übersetzung aus dem Koreanischen von Das Fahrrad. Vom Hochrad bis zum E-Bike von Haseop Jeong, illustriert von Seungyeon Cho (Gerstenberg)
  • Lisa Engels
  • Nominiert für ihre Übersetzung aus dem Englischen von Böse Jungs. Band 1 von Aaron Blabey (Baumhaus)
  • Gesa Kunter
  • Nominiert für ihre Übersetzung aus dem Schwedischen von Schreib! Schreib! Schreib! Die kreative Textwerkstatt von Katarina Kuick und Ylva Karlsson, illustriert von Sara Lundberg (Beltz & Gelberg)

Unter allen Nominierungen finden sich zwölf deutschsprachige Originalausgaben und zwanzig Übersetzungen aus anderen Sprachräumen wie dem Englischen, dem Französischen, dem Italienischen, aber auch aus Russland, Skandinavien, Japan oder Korea sind Werke dabei. Die Jurys trafen ihre Auswahl aus 580 eingereichten Büchern, davon waren 55% deutschsprachige Originalausgaben und 45% Übersetzungen.

Insgesamt ist der Deutsche Jugendliteraturpreis mit 72.000 Euro dotiert; die Preisträger werden am 12. Oktober 2018 auf der Frankfurter Buchmesse verkündet. Stifter ist das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Ausrichter der Arbeitskreis für Jugendliteratur. Alle Juroren sind ehrenamtlich tätig.

Kommentare (2)
  1. Nur Bücher von großen Verlagen sind nominiert.
    KEINE kleinen, unabhängigen Verlage/Self Publisher sind am Start.
    62,5% der Nominierten sind Übersetzungen (= Importe = geringes Risiko für große Verlage).
    Damit wird die gute deutsche Jugendliteratur nicht ausreichend repräsentiert.

    Anmerkung (nicht zur Veröffentlichung gedacht):
    Ich habe gestern einen ähnlichen Kommentar geschrieben, der nicht veröffentlicht wurde. Sicher war dies ein Versehen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Sie diese sachlichen Anmerkungen ernsthaft zensieren wollen. Wir leben in einer Demokratie!

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