Preisverleihung in Jerusalem Deutsch-Hebräischer Übersetzerpreis für Anne Birkenhauer und Nili Mirsky

Die in Jerusalem lebende Übersetzerin Anne Birkenhauer wird mit dem mit 10.000 Euro dotierten Deutsch-Hebräischen Übersetzerpreis ausgezeichnet. Sie erhält den Preis für ihre Übersetzung von David Grossmans Roman Kommt ein Pferd in eine Bar, der 2016 im Hanser Verlag erschienen ist.

Aus der Jurybegründung: „Anne Birkenhauer ist es gelungen, einer ebenso tragikomischen wie beklemmenden Erzählung, in der es um Leben und Tod, um Erinnerung, Militär und Trauma, um die Shoah und das heutige Israel geht, so gerecht zu werden, daß die verstörende Vielheit unterschiedlicher hebräischer Idiome und Sprechweisen auch im Deutschen Gestalt annehmen. So wie der Autor setzt die Übersetzerin den Dialog zwischen einem Stand-up-Comedian und seinem Publikum als Stück über Verführbarkeit und Gewalt der Sprache in Szene. Kein Register ist ihr fremd, keine sprachliche Geste bleibt ungeachtet; die fragile Atmosphäre dieses Romans entfaltet sich mit großer Intensität.“

Der ebenfalls mit 10.000 Euro dotierte Übersetzerpreis für die Zielsprache Hebräisch geht posthum an Nili Mirsky, die im Januar im Alter von 74 Jahren verstorben ist. Ausgezeichnet wird sie für ihr Lebenswerk, insbesondere für die Übertragung von Thomas Manns Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull ins Hebräische.

Der Deutsch-Hebräische Übersetzerpreis, der in diesem Jahr zum zweiten Mal vergeben wird, ist eine gemeinsame Initiative der deutschen und der israelischen Regierung und wurde 2015 zum 50. Jubiläum der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen beiden Ländern ins Leben gerufen. Die Preise werden heute im Bible Land Museum in Jerusalem von Staatsministerin Monika Grütters und der israelischen Kulturministerin Miri Regev überreicht, wie das Literarischen Colloquium Berlin heute mitteilt.

Der Deutsch-Hebräischen Übersetzerpreis wird in Zusammenarbeit mit dem Literarischen Colloquium Berlin vergeben. Der Jury für die Zielsprache Deutsch gehörten Anat Feinberg, Katharina Hacker, Marie Luise Knott, Cilly Kugelmann und Micha Brumlik an.

 

 

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