Mit 20.000 Euro dotiert Der Walter Kempowski Preis für biografische Literatur geht an Jochen Schimmang

Jochen Schimmang © Eric Wolfe

Der erste Preisträger des Walter Kempowski Preises für biografische Literatur steht fest: Jochen Schimmang (geboren 1948 in Northeim) erhält den mit 20.000 Euro dotierten Niedersächsischen Literaturpreis 2019.

Niedersachsens Kulturminister Björn Thümler wird den Schriftsteller am 11. Dezember in Hildesheim auszeichnen.

„Mit dem Walter Kempowski Preis für biografische Literatur zeichnen wir Schriftstellerinnen und Schriftsteller aus, denen es gelingt, die Einflüsse zeitgeschichtlicher Ereignisse auf die individuelle Biografie darzustellen. Jochen Schimmangs literarisches Werk löst diesen Kerngedanken auf herausragende Weise ein. In seinen Texten verhandelt er autobiografische genauso wie gesellschaftlich relevante Themen und Fragen“, so Thümler.

Die Niedersächsische Literaturpreisjury begründet die Vergabe des Preises wie folgt: „Seit 40 Jahren bereichert Jochen Schimmang als eleganter literarischer Flaneur und Beobachter die deutsche Literatur mit Romanen, Erzählungen, Essays und Hörspielen. Seine autobiografisch geprägten jüngsten Erzählungen (‚Adorno wohnt hier nicht mehr‘, 2019) und Gedankenspaziergänge sind bezwingend, weil sie ins Offene führen. Melancholie, subtile Komik und Klugheit finden wir genauso wie Heiterkeit und Überraschungsmomente. Jochen Schimmang ist ein Autor, der die Ränder aufsucht – Grenzen und Randexistenzen –, die er unaufgeregt überschreitet und einbezieht, der erzählt, wo das Erinnern aufhört in einer ambivalenten Welt des Findens und Verschwindens.

Bereits sein 1979 publiziertes Debut ‚Der schöne Vogel Phönix‘ zählt zu den Schlüsselwerken der Neuen Subjektivität in der Literatur der 1970er Jahre. Doch ist sein Werk mit dieser Zuschreibung alleine nicht zu fassen. Lange galt er als seismografischer Chronist der alten Bundesrepublik, doch hat er in den Romanen ‚Das Beste was wir hatten‘ (2009) und ‚Neue Mitte‘ (2011) auch deren Abgesang angestimmt und zugleich das wiedervereinigte Deutschland in den Blick genommen (‚Altes Zollhaus, Staatsgrenze West‘, 2017). Dazu kommen zahlreiche Aufsätze und Essays zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Phänomenen – nicht zu vergessen seine hervorragende Christian Morgenstern Biografie.“

Zur Jury gehören Kathrin Dittmer (Literaturhaus Hannover), Florian Isensee (Isensee Verlag), Dr. Tilmann Lahme (Leuphana Universität Lüneburg), Prof. Dr. Alexander Košenina (Leibniz Universität Hannover), Ulrike Sárkány (NDR Kultur), Prof. Dr. Annette Pehnt (Universität Hildesheim) und Anne von Bestenbostel (Buchhandlung von Bestenbostel).

Die Preisverleihung findet am 11. Dezember 2019 um 18 Uhr auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg der Universität Hildesheim statt.

 

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