Für ihr Buch "Unendlich mal unendlich mal mehr" Der LUCHS geht im Januar an Ingrid O. Volden

Ingrid O. Volden© Oddbjorn Steffensen

Der LUCHS-Preis Januar geht an Ingrid O. Volden für ihr Buch Unendlich mal unendlich mal mehr, erschienen bei Thienemann, übersetzt von Nora Pröfrock und empfohlen für Kinder ab elf Jahren.

Die große Stärke dieses kleinen Romans läge darin, mit wenigen Federstrichen das Grundsätzliche, ja Philosophische zu skizzieren: „Jedes Kind hat das gleiche Recht auf ein Aufwachsen in Sicherheit, nicht jedes aber hat dabei die gleichen Voraussetzungen und das Glück auf seiner Seite“, urteilt Judith Scholter in der ZEIT. Und weiter: „Die Autorin konstruiert mit der zweiten Ebene ihrer Geschichte klug einen verstörenden Kontrast: hier das Mädchen aus Europa, dessen Name so viel wie Stein bedeutet und das dennoch im Leben niemals untergehen wird. Dort der Junge aus dem Nahen Osten, dessen Name mit Ewigkeit übersetzt wird und der schwimmen kann, aber trotzdem nicht ans rettende Ufer gelangt.“

Zum Inhalt: Petra liebt gerade Zahlen. Die ungeraden verabscheut sie genauso sehr wie Wasser. Kein Wunder also, dass direkt an ihrem ersten Tag im ungeraden siebten Schuljahr ein Unglück passiert: Die frisch gebackene Siebtklässlerin lernt die Zahl Pi kennen – und kotzt beim bloßen Gedanken an deren unendlichen Dezimalstellen erst einmal quer über den Tisch. Daraufhin muss sie zum Schulpsychologen, der ihr Verhalten, die Welt immer systematisch anzugehen, als „Zwang“ oder „magisches Denken“ einordnet. Er stellt Petra kleine, vermeintlich einfache Aufgaben, wie Schwimmen und die Nachkommastellen von Pi auswendig lernen. So soll sie üben, sich der Welt zu stellen. Schon bald ergänzt Petra diese Liste durch eigene Herausforderungen – ihre dabei wohl größte: dem Bruder ihrer besten Freundin Melika, deren Familie vor dem Krieg geflohen ist, zu helfen, den Ärmelkanal zu durchschwimmen. Schnell merkt sie, dass sie mit ihren üblichen Ritualen für alltägliche Handlungen nicht weiterkommt und wirklich etwas tun muss.

Jeden Monat vergeben DIE ZEIT und Radio Bremen den LUCHS-Preis für Kinder- und Jugendliteratur. Aus den zwölf Monatssiegern wird der Jahres-LUCHS gewählt. Die Jury bilden Brigitte Jakobeit, Übersetzerin, Maria Linsmann, Kunsthistorikerin, und Anja Robert, Redakteurin bei Radio Bremen. Den Vorsitz hat Katrin Hörnlein, die bei der ZEIT das Ressort Junge Leser und die Kinder- und Jugendliteratur verantwortet.

Radio Bremen stellt das Buch und den aktuellen Preisträger vor: am Donnerstag, 10. Januar 2019, um 15.10 Uhr auf Bremen Zwei und am Sonnabend, 12. Januar 2019, um 14.40 Uhr auf COSMO.

 

 

 

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