Auszeichnungen Der KAIROS-Preis 2017 geht an Inci Bürhaniye und Selma Wels

v.l.: Inci Bürhaniye, Selma Wels

„Für ihren unternehmerischen Mut, ihren Pioniergeist und ihre kulturelle Vermittlungsarbeit“ werden Inci Bürhaniye und Selma Wels, die beiden Verlegerinnen des Berliner binooki Verlags, in diesem Jahr mit dem mit 75.000 Euro dotierten Kairos-Preis der Alfred Toepfer Stiftung ausgezeichnet. Der Verlag widme sich dezidiert der Übersetzung türkischer Literatur ins Deutsche und leiste damit einen Beitrag zum – gerade aktuell – dringend nötigen Kulturaustausch, teilte die Stiftung mit.

„Interkultureller Austausch beruht auf jener Vermittlungsarbeit, die durch den binooki Verlag auf großartige Weise geleistet wird. Zusätzliche Relevanz erhält diese Ambition angesichts der aktuell in der Türkei betriebenen Abgrenzung und Frontbildung gegenüber dem Westen und der abendländischen Kultur. Die beiden Verlegerinnen sind Brückenbauerinnen. Sie ermöglichen ein tieferes Verständnis für die türkische Kultur – und sie ebnen den Weg für ein Zusammengehörigkeitsgefühl, welches die politischen Grenzen der EU überschreitet und die Türkei als europäischen Staat ins Bewusstsein hebt. Nicht zuletzt bedeutet der Preis auch eine Anerkennung und Unterstützung für die türkischen Intellektuellen, Publizisten und Schriftsteller, die sich in einer Zeit der Repressalien und der persönlichen Gefährdung zu Wort melden.“ so die Begründung des Preiskuratoriums.

Die Preisverleihung findet am 7. Mai im Deutschen Schauspielhaus in Hamburg statt.

Der KAIROS-Preis wird seit 2007 an europäische Künstler und Wissenschaftler verliehen. Benannt nach dem Gott des „rechten Augenblicks“ der griechischen Mythologie, ist der Preis laut Stiftung Anerkennung und Ermutigung zugleich. Er versteht sich „nicht als Auszeichnung eines abgeschlossenen Lebenswerkes, sondern als Impuls zu weiterem Wirken.“

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