„Norwegen an der Spree“ Der Ehrengast der Frankfurter Buchmesse präsentierte sich im Berliner Büro des Börsenvereins

Ein großer Auftritt für die norwegische Literatur gestern Abend in Berlin. Unter dem Motto „Norwegen an der Spree“ hatte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels Vertreter aus Kultur und Politik in sein Berliner Büro am Schiffbauerdamm in Mitte geladen.

Der Ehrengast der Frankfurter Buchmesse biete die Gelegenheit, ein Land über seine Literatur kennenzulernen und besser zu verstehen, sagte Vorsteher Heinrich Riethmüller in seiner Begrüßung und forderte zu einem literarischen und auch politischen Dialog auf. Der norwegische Botschafter Petter Ølberg bezeichnete den Gastlandauftritt als größtes kulturelles Projekt im Ausland. Deutschland sei Norwegens wichtigster Partner in der EU. „Wir teilen dieselben Werte – wirtschaftlich, politisch und kulturell. Unser Traum ist es, Norwegen und Deutschland im Sinne einer stabilen Welt weiter zusammenzubringen.“ Die internationale Literatur und Kultur diene dabei als Verständnisbrücke.

Thomas Böhm, Halldór Guðmundsson, Juergen Boos

Messedirektor Juergen Boos und Halldór Guðmundsson, NORLA-Projektleiter des Ehrengastauftritts, weckten im Gespräch mit Thomas Böhm die Vorfreude auf die Messe. Juergen Boos zeigte sich überwältigt von der Professionalität und Leidenschaft der Norweger, und Halldór Guðmundsson, der bereits den Gastlandauftritt Islands im Jahr 2011 gestaltete, lobte das deutsche Publikum, dem er großes Interesse und Ausdauer bescheinigte. Und worauf freut er sich am meisten? „Auf den norwegischen Pavillon und die Begegnung der Autoren mit ihren Lesern“, sagte Halldór Guðmundsson.

Ruth Lillegraven

Einen Vorgeschmack gaben gestern Abend Ruth Lillegraven und Lars Mytting im Gespräch mit dem Übersetzer Hinrich Schmidt-Henkel. Ruth Lillegraven, stellte ihr Langgedicht Sichel vor, das jetzt übersetzt von Klaus Anders in der Berliner Edition Rugerup erschienen ist. In dem schön gestalteten Band erzählt sie die Geschichte eines Bauern im 19. Jahrhundert, der sein Glück in Büchern findet. Das Publikum lernte eine Autorin kennen, die virtuos mit Sprache spielt.

Lars Mytting, Hinrich Schmidt-Henkel

Lars Mytting hatte Die Glocke im See (Insel), übersetzt von Hinrich Schmidt-Henkel im Gepäck. In dem Roman geht es um eine Stabkirche in Norwegen, die 1880 abgerissen und in Dresden wieder aufgebaut werden soll. Bekannt wurde Mytting mit seiner Kulturgeschichte Der Mann und das Holz. Vom Fällen, Hacken und Feuermachen, auch sein Roman Die Birken wissen’s noch begeisterte viele Leserinnen und Leser.

 „Was für eine schöne Kombination“, sagte eine Zuhörerin über die Texte der beiden Autoren, aus denen die Synchronsprecherin Britta Steffenhagen einige Passagen auf Deutsch las. Überhaupt waren sich die Gäste beim anschließenden Empfang einig: Sie hatten einen gelungenen Abend erlebt, der Lust macht auf mehr.

ml

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