200 Autoren aus über 50 Ländern werden erwartet Das 19. internationale literaturfestival berlin startet heute

Heute Vormittag wurde das Programm der Sektion „Internationale Kinder- und Jugendliteratur“ des 19. internationalen literaturfestivals berlin (ilb) mit einer Rede der gefeierten Poetry-Slammerin Elizabeth Acevedo im Theater „Hebbel am Ufer“ (HAU 1) eröffnet.

Elizabeth Acevedo

Die New Yorkerin mit dominikanischen Wurzeln sprach über die Kraft von Literatur und Poesie. Politikern würde sie am liebsten Leselisten empfehlen, damit sie besser für ihre Arbeit gerüstet seien. So sollten alle, die den Klimawandel leugnen, Sciencefiction lesen, Populisten Liebesromane und allen Volksvertretern würde Elizabeth Acevedo eine Auswahl ihrer Lieblingsgedichte in die Hand drücken. Sie selbst habe mit 13 Jahren zu schreiben begonnen; das habe ihr ebenso geholfen wie das Lesen, so die Autorin. Wir alle sollten Geschichten erzählen und Geschichten lesen, die das Zeug dazu haben uns zu trösten und herauszufordern, forderte sie. Denn die Beschäftigung mit Literatur sei das Tor zu Empathie. Und Empathie sei schließlich das einzige Mittel um die Welt zu retten.

Vor einer Woche ist Elizabeth Acevedos Debütroman POET X, übersetzt von der deutschen Poetry-Slammerin Leticia Wahl im Rowohlt Verlag erschienen. In freien Versen wird die Geschichte des 15-jährigen dominikanisch-amerikanischen Mädchens Xiomara erzählt, das in Harlem in einer streng katholischen Familie aufwächst und dem das Gedichteschreiben hilft, zu sich selbst zu finden.

In ihrer Heimat wurde Elizabeth Acevedo für das Buch bereits mehrfach ausgezeichnet. Unter anderem erhielt sie die renommierte Carnegie Medal 2019. Damit ist sie die erste farbige Autorin in der 83-jährigen Geschichte dieses Preises. Im Gespräch mit Philip Geisler stellte sie heute ihren Roman vor und las einige Passagen auf Englisch. Das kam bei den zahlreichen Schülerinnen und Schüler gut an und vor dem Signiertisch bildete sich später eine lange Schlange.

Heute Abend wird das ilb ebenfalls im HAU 1 offiziell eröffnet. Dann spricht die Schriftstellerin und Anwältin Petina Gappah aus Simbabwe über das Thema „Auf Reisen mit den Vergessenen, im Andenken an die Verstorbenen: Erzählungen vom gestrigen Europa und dem Afrika von heute“. Ihr Roman Aus der Dunkelheit strahlendes Licht, der die Kolonialgeschichte thematisiert, ist jüngst im S. Fischer Verlag erschienen.

Bis zum 21. September werden mehr als 200 Autorinnen und Autoren aus über 50 Ländern nach Berlin kommen. Wie immer werden sie aktuelle Romane und Gedichte vorstellen, die bereits auf Deutsch vorliegen, aber auch solche, die noch nicht ins Deutsche übersetzt sind und die es zu entdecken gibt. Erwartet werden unter anderem Ocean Vuong, Tommy Orange, Tomas Espedal, Mustafa Khalifa, Didier Eribon, Éduard Louis und Karina Sainz Borgo. Das komplette Festivalprogramm gibt es unter www.literaturfestival.com. Die Festivalbuchhandlung des ilb betreut in diesem Jahr Dussmann das KulturKaufhaus.

ml

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