Aus der Werkstatt der Verlage: Christoph Links: „Mein letztes Vorschau-Editorial als Verleger hatte ich mir ehrlich gesagt anders vorgestellt“

Wir hatten in den letzten Tagen genügend Zeit, in den aktuellen Noviäten-Vorschauen zu blättern und vor allem deren Editorials zu lesen. Diese oft sehr persönlichen Verleger-Blicke auf ihre jeweiligen neuen Programme und auf die Branche derzeit wollen wir hier in loser Folge mit Ihnen teilen. Den Anfang macht heute Christoph Links. Er schreibt in der Herbstvorschau des Ch. Links Verlages:

Christoph Links (Copyright Michel Links)

Liebe Kolleginnen und Kollegen im Buchhandel, in den Bibliotheken und in den Medien! 

Mein letztes Vorschau-Editorial als Verleger hatte ich mir ehrlich gesagt anders vorgestellt. Ich wollte euphorisch von unserem wunderschönen Fest zum 30. Verlagsjubiläum berichten, einen   begeisterten Ausblick auf das spannende Herbstprogramm geben und von unserer guten Integration in die Aufbau Verlagsgruppe berichten. All das gilt natürlich weiterhin, nur mit der Euphorie hapert es ein wenig. Die Corona-Pandemie hat unser aller Leben grundlegend verändert.  Die Buchhandlungen und Bibliotheken waren wochenlang geschlossen, Buchmessen und Lesungen wurden abgesagt, die Verlagsräume sind lange Zeit leer, da die Kolleginnen und Kollegen von zu Hause ausarbeiten.
Zugleich ist es eine Freude zu sehen, mit wie viel Phantasie unsere Branche den Herausforderungen begegnet: Podiumsdiskussionen zu unseren Buchthemen finden im Netz statt, Buchhändlerinnen und Buchhändler bieten persönliche Kurierdienste oder einen Abholservice an. Die Kommunikation läuft über Telefonkonferenzen, und Bestellungen sind zumeist über die Website des Buchladens Ihres Vertrauens möglich.
Wir als Verlag tragen den veränderten Bedingungen Rechnung, indem wir einige Frühsommertitel in den Herbst verlagert haben (die jeweils aktuellen Auslieferungstermine finden Sie auf unserer Website), und die Titelzahl des neuen Programms ist etwas reduziert worden. Bestimmte historische Themen sind im nächsten Jahr genauso interessant wie in diesem. Vorrangig geht es jetzt darum, unsere tolle Branche zu erhalten, damit das »dichte Netz geistiger Tankstellen« (Günter Grass) weiterhin gut funktioniert.
Bei uns allen wird nach der notwendigen Beschäftigung mit all den Corona-Problemen das Bedürfnis wachsen, sich wieder anderen Themen zuzuwenden, und dann wollen wir neue spannende Bücher für Sie bereithalten. Daher arbeiten alle Kolleginnen und Kollegen intensiv an neuen Projekten und stehen Ihnen für Rückfragen gern zur Verfügung. 

Durch Klick auf Cover zum pdf der Vorschau

Ich verabschiede mich als Verleger mit dem vorliegenden Programm von Ihnen. Zum Jahresende scheide ich ganz aus dem operativen Geschäft aus und werde fortan vor allem als Autor und Verlagshistoriker tätig sein. Unser Verlag mit seinen kritischen Sachbüchern bleibt Ihnen erhalten, wie auch wir hoffen, dass Sie uns als Partnerinnern und Partner treu bleiben. 

Heute schon mal Danke für 30 Jahre wunderbarer Zusammenarbeit!

Mit herzlichen Grüßen im Namen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Ihr Christoph Links

 

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