Bücherbörse Konstanz wurde 35 Jahre – Bilder und ein „Seitenwechsel“

Zum 35. Jubiläum am 2. und 3. Februar 2017 zeigte sich die Bücherbörse Konstanz „lebendiger denn je“, wie Organsatorin Gudrun Schäfer-Burmeister sagte. „Erfreulich ist vor allem die Zunahme des Interesses auf Seiten der Verlagsvertreter wie auch der Buchhändler. 39 Tische waren belegt, teilweise standen zwei Verlagsvertreter für ein Unternehmen zur Verfügung, um die Zahl der Termine zu bewerkstelligen.“ Insgesamt nahmen 36 Buchhandlungen teil; sechs Buchhandlungen waren neu dabei.

Als Dienstleister für die Branche präsentierten sich die GfK (Gesellschaft für Kommunikation) Entertainment (vertreten durch  Eva Taibon) sowie  VLB-TIX (Tom Erben).

Zusätzlich zur Vertreterbörse wurde am Donnerstag ab 17 Uhr eine VLB-TIX-Info-Veranstaltung geboten. Und zur Feier des Jubiläums wartete das Steigenberger Inselhotel mit einem Gläschen Bodensee-Secco auf.

Als krönender Abschluss des ersten Börsentages folgten rund 100 Gäste der Einladung Felicitas von Lovenbergs zum Piper-Abend ins See-Restaurant des Hotels.

Felicitas von Lovenberg, Astrid Iffland (Leitung Verkauf und Vertrieb), Anne Verena Heimisch (Kundenmanagement Deutschland Sortimentsbuchhandel),  Christian Schniedermann (kaufmännischer Geschäftsführer),  Caroline Adler ( Online Marketing Managerin) und Wolfgang Otto Schwarz (Verlagsvertreter).

Motto der Einladung war: „Seitenwechsel: Fragen, Antworten und Gedanken zum Büchermachen“

Zu Beginn begrüßte Gudrun Schäfer-Burmeister die Gäste, insbesondere das Ehepaar Hanni und Michael Greuter sowie Brigitte Homburger, die bereits bei der ersten Börse 1982 dabei waren. Michael Greuter war der Gründervater der Konstanzer Vertreterbörse und blieb 18 Jahre ihr Organisator. Er  erzählte unterhaltsam von den Anfängen und von seinen Erfahrungen in der Branche im Allgemeinen und von der Börse im Besonderen.  Denn:

„Grund für die Gründung der Börse: Bücher verkaufen sich nicht von allein! Die Vertreter stehlen den Buchhändlern doch die Zeit, in der diese eigentlich verkaufen müssen.“

Daraus entstand damals nach Hamburger Vorbild die Idee, ein möglichst großes Hotel zu finden, in dem in wenigen Tagen nach einem strengen Zeitplan möglichst viele Vertretertermine wahrgenommen und abgearbeitet werden konnten.  Die Wahl fiel auf Konstanz, weil das Inselhotel alle Voraussetzungen erfüllte: ein großer  Saal, ausreichende Übernachtungsmöglichkeiten,  gute Küche. Damals rissen sich die Vertreter um Plätze. 65 Tische waren besetzt, 50-55 Buchhandlungen nahmen teil. Mit der Zeit wurde der Donnerstagabend zum Verlagsabend.

Diesmal hatte der  Piper Verlag eingeladen. Verlegerin Felicitas von Lovenberg  sprach über ihr neues Leben als Verlegerin. Sie sieht sich in einer guten Tradition mit dem Verlagsgründer, der „Bücher ohne Standesdünkel für jede Art von Lesern“  machen wollte. Sie wünsche sich, dieses Credo, diesen Idealismus lebendiger zu machen.

Es sei für sie „ein wunderbares Gefühl, in einem Raum unter lauter Menschen zu stehen, die alle lesen.“ An diesem Abend wolle sie ihre Gäste nicht zutexten, sondern ins Gespräch kommen. „Mir sind die Buchhändler unglaublich wichtig!“ Sie bat darum, Fragen einzustreuen und sich an den Leseexemplaren zu bedienen, die dort ausgebreitet waren, wo sonst das Frühstücksbüffet für die Hausgäste aufgebaut wird.

Um  den Anwesenden Mut zu machen, alle Fragen zu stellen, hatte sie einen  ganz besonderen Titel im Gepäck: 10 aufgebundene Fahnen  von  Mareike Krügels Roman „Sieh mich an“, der im Herbst erscheinen wird.

Eine ihr häufig gestellte Frage sei, ob denn jetzt nicht alles anders sei als in ihrem früheren Leben als Journalistin und Autorin.  Für sie bestehe der größte Unterschied darin, dass man im Verlag alles im Team mache. „Als Journalist sind Sie mit Ihrem Buch allein… im Verlag muss ein Buch von allen getragen werden. Dieser Austausch ist unheimlich beflügelnd.“

 

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