Jahreshauptversammlung der Branche heute und morgen in Ulm / Internet erstmals stärkster Umsatzbringer

Im Jahr 2006 wurden im Versandbuchhandel erstmals mehr Bücher via Internet als über das traditionelle Kataloggeschäft verkauft. Insgesamt ist der Versandbuchhandel mit 4,3% wieder überdurchschnittlich gewachsen und liegt nun (incl. Buchclubs) bei EUR 1,4 Mrd.

Dabei sind gegenläufige Trends und Verdrängungseffekte zu beobachten: Die Umsätze im Kataloggeschäft sind um 7,8% deutlich zurückgegangen und flossen im wesentlichen dem erneut um 10,5% verbesserten Online-Handel zu. Am meisten zugelegt hat jedoch mit 50% erstmals ausgewiesene „Gebrauchtbuch-Markt“ (ebay, Amazon-Marketplace etc.).

Berücksichtigt wurden dabei sogar nur die dort getätigten Umsätze gewerblicher Buchversender (etwa zwei Drittel dieses Marktes). Der Trend zum Gebrauchtbuch geht zu Lasten des Modernen Antiquariats (Handel mit preisgünstigen älteren Titeln, deren Ladenpreis aufgehoben wurde) und des hochpreisigen Fachbuchs.

Der Trend dürfte sich fortsetzen: Rechnet man den Gebrauchtbuch-Markt dem Online-Handel hinzu, so dürften bereits 2008 mehr als zwei Drittel des Versandbuchhandels über das Internet abgewickelt werden.

Diese Zahlen gab Christian Russ, der Geschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Versandbuchhändler, am Rande der Tagung in Ulm bekannt.

Wichtiges Thema der Tagung ist weiterhin der Wegfall der Buchpreisbindung in der Schweiz. Aus deutscher Sicht betrifft dies in erster Linie den grenznahen stationären Buchhandel, da erstmals in der Schweiz Bestseller günstiger als in Deutschland angeboten werden. Für den deutschen Versandbuchhandel war der verhältnismäßig kleine Schweizer Markt bislang kein Ziel grenzüberschreitenden Handels und wird es wohl auch nach dem Fall der Preisbindung dort nicht werden. Allerdings werden sich die schweizer Tochterunternehmen deutscher Versandbuchhandlungen auf den dortigen Preiskampf einzustellen haben.

Wie jedes Jahr findet zudem eine Fachmesse des Versandbuchhandels im Kongresszentrum statt, auf der mehr als 100 Verlage ihre für die Händler wichtigen Neuerscheinungen präsentieren. Erfreulich ist aus Sicht des Verbandes, dass die Veranstaltung trotz allgemeiner Tagungs- und Verbandsmüdigkeit ausgebucht ist.

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