Rückblick AkS-Jahrestagung mit Bildimpressionen: Reinhard Gloggengiesser gibt AkS-Webprojekt ab / Neue Angebote der BAG / Neues bibwin / Erstmals Lesetüten der AG Leseförderung vorgestellt

Mit einem deutlich selbstbewusstem Gefühl fuhren die Mitglieder des Arbeitskreises unabhängige Sortimente (AkS) gestern Mittag aus Erfurt ab. Das war deutlich zu spüren. Am letzten Tag waren noch zahlreiche Neuigkeiten zu vermelden und zu besichtigen.

So legt Reinhard Gloggengiesser seine Aktivitäten am AkS-Webprojekt nieder. In den kommenden Monaten wird er nur noch die Abwicklung der bestehenden Verträge bearbeiten. Für die Nachfolge gibt es einen heißen Kandidaten, dessen Name erst demnächst bekannt gegeben wird, da die Verträge noch nicht unterzeichnet sind. Zu hören ist, dass die Last auf mehrere Schultern innerhalb einer Agentur verteilt werden soll. Spätestens aber zum 1. Juni wird Gloggengiesser nicht mehr für das Projekt tätig sein. Neuer Kooperationspartner auf Verlagsseite wird Ravensburger, der das Projekt unterstützten will. Wie die Kooperation im einzelnen aussehen wird, darüber wollen sich beide Seiten in den nächsten Wochen verständigen. Unter www.aks-webprojekt.de sind neun Referenzseiten zu sehen, die bisher online gegangen sind.

Oliver Recklies von der BAG hat neue Dienstleistungen für den Buchhandel angekündigt, die helfen, kurzfristige Einkäufe für das Warenlager flexibel zu finanzieren. “Oft werden Kontokorrentkredite bei den Banken nur in geringen Größenordnungen und zu hohen Preisen gewährt. Wir bieten Zinsen von 5,35 Prozent für kurzfristige Finanzierungen“, so Reckliss. Damit schließe die BAG Lücken der Hausbanken. Außerdem bietet die BAG Leasing-Modelle, die helfen sollen, die Kreditsituation zu entspannen. In zwei bis drei Wochen sollen neue Angebote für die Finanzierung des Schulbuchgeschäft entwickelt sein, die die bisherigen BKG-Kredite ablösen sollen. Außerdem will die BAG zusammen mit ihrer Mutter, der DZB, neue EC-Kartenlösungen anbieten, die preiswerter werden soll und in Zukunft mehr betriebswirtschaftliche Unterstützung leisten.

Viele Nachfragen entstanden rund um das neue bibwin, das Christoph Dorninger von der MVB vorstellte. Das neue Bibliografie-Tool aus dem Frankfurter Haus wurde mit einem neuen Softwarepartner völlig neu entwickelt, berichtete er. Bibwin habe deshalb eine völlig neu gestaltete Benutzeroberfläche. Mit dem Tool könne man auf 16 verschiedenen Katalogen recherchieren. In Zukunft können auch Leseproben, Bilder und Videos heruntergeladen werden.
Außerdem wird es halbjährliche Updates geben. Die Updates sollen 10 Euro pro Monat für VLB-Kunden (ansonsten 12,50 Euro) pro Nutzer und Arbeitsplatz kosten, bei mehreren Plätzen sind Staffelpreise vorgesehen. “DAs neue bibwin ist grundsätzlich ab sofort einsetzbar”, so Dorninger. Allerdings müssen noch die Online-Lieferbarkeitsabfragen nachgearbeitet werden, die bisher noch nicht für alle Barsortimente zur Verfügung stehen. Dazu konnten die AkSler einige Anregungen geben.

Buchhändlerin Irmgard Clausen, von der AG Leseförderung im Sortimenterausschuss stellte mit viel Verve erstmals ein viertes Projekt der Arbeitsgruppe vor. Mit Jutta Bummer (Buchhandlung Eulenspiegel) hat sie die Aktion Lesetüten ins Leben gerufen und die Verlage Oetinger und Arena als Partner gewonnen. Die Aktion sieht vor, dass Kinder am Ende einer ersten Klasse Lesetüten für die ABC-Schützen bemalen, die frisch eingeschult werden und ihnen diese gefüllt übergeben. In die Tüte gibt es zwei Erstlesebücher, je eins aus den Kooperationsverlagen, ein Lesezeichen und weitere Geschenke, die eine Buchhandlung gern selbst dazutun will. Bisher beteiligen sich 125 Buchhandlungen aus Deutschland und drei aus Österreich an der Aktion. Derzeit werden 30.000 Tüten produziert, die im Mai an die Buchhandlungen ausgeliefert werden, die sie bei einem der Verlage bestellt hat. Die Kosten belaufen sich auf 1,50 Euro pro Tüte.

Mehr Kompetenz bei der Beratung im Bilderbuchverkauf zu erlangen, dafür warben Doris Müller-Höreth (Buchhandlung Pelzner) und Dr. Stefan Hauck (Börsenblatt), die beide ebenfalls in der AG Leseförerung aktiv sind. „Wörter sind bei Erwachsenen als Bilder abgespeichert, deshalb sind Bilder wichtig für die Lesekompetenz der Kinder“, so Hauck. Insbesondere bei der Beratung der Illustrationen könnten Buchhändler vor Ort sich als kompetenter Partner anbieten und gleichzeitig zum Berater für seine Kunden werden. „Nennen Sie den Nutzwert der Bilderbücher den Kunden, damit sie sich vorstellen, wie das Buch das Kind fördert“, empfiehlt Hauck. Und Müller-Höreth nennt ein Beispiel: „Die Sprachentwicklung ist beim Kind mit dem siebten Jahr abgeschlossen.” Deshalb seien Wimmelbücher schon im frühen Alter einsetzbar, so Müller-Höreth.
Beide zählten wichtige Kriterien auf:
> Machen die Bilder neugierig?
> Regen sie zum Nachzeichnen oder zum Weiterdenken an?
> Kann sich das Kind identifizieren?
> Gibt es Überraschungsmomente, die die Aufmerksamkeit erhöhen?
> Wird emotionale Kompetenz gefördert?
Die AG-Leseförderung im SoA hält einen Flyer bereit: „Mit Bilderbüchern wächst man besser“, der bestellt werden und an Eltern verteilt kann.

Insgesamt spürten die AkS-Buchhändler, dass sich ihr Engagement offenbar lohnt. “Auf dieser Jahrestagung wurde deutlich, dass die Verlage wieder mit uns kleinen Buchhandlungen rechnen, denn sie merken dass mit dem E-Book der Buchhandel noch längst nicht tot ist”, sagte ein AkS-Mitglied zum Abschluss. Damit spielte er auf die Einigung mit Ravensburger in der Causa tiptoi-Stift an, wie sie zu Beginn der Tagung getroffen wurde [mehr…]. Hinter vorgehaltener Hand war zu hören, dass der nächste Fall bereits vorprogrammiert ist. Ein ähnlicher Stift von Random House hat für Ärger wegen mangelnder Lieferfähigkeit und angeblicher Bevorzugung großer Häuser gesorgt.

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