Neuer Markt für (kaum) gebrauchte Bücher

„Wenn ein neues Buch die Ladenkasse passiert, fleht es stumm, aber für empfindliche Ohren unüberhörbar um Befreiung von der wurstpellenhaften Klarsichtfolie.“ So märchenhaft beginnt am Sonnabend ein Artikel in der „Süddeutschen Zeitung“. Allerdings greift er ein Thema auf, das die Branche wohl noch nachhaltiger beschäftigen wird, als das bei den ersten Anzeichen geschah. BuchMarkt berichtete über den neuen Handel mit gebrauchten Büchern im Internet [mehr…].
Ist das Buch verkauft, so weiter die „Süddeutsche“, lässt es die Buchpreisbindung hinter sich: „Der Erstkäufer darf das Buch zu einem frei aushandelbaren Preis weiterverkaufen. Meist wird er es vorher lesen oder zumindest anlesen. Es ist unwahrscheinlich, dass er danach mehr als den Ladenpreis erhält. Aber immer wahrscheinlicher, dass er es los wird.“
„Denn seit kurzem steht dem Buchkäufer, der sein Buch weiterverkaufen will, ein leistungsfähiges Vertriebssystem zur Verfügung. Der Marktführer im deutschen online-Buchhandel, amazon.de, ist seinem amerikanischen Mutterhaus gefolgt und hat den Markt für neue und den für gebrauchte Bücher zusammengelegt. Auch bei jüngst erschienenen Titeln zeigt die Suchmaske an, ob, und wenn ja, zu welchem Preis, das Buch gebraucht zu erwerben ist. Vorbestellungen sind möglich. Der private Anbieter, der sein gelesenes oder in die Ecke geworfenes Exemplar loswerden will, zahlt an amazon.de eine Grundgebühr von 0,99 Euro und 15 Prozent des Verkaufspreises als Provision [mehr…]. Für kommerzielle Anbieter entfällt die Grundgebühr. Bibliophile Ausgaben werden weiterhin im ZVAB (Zentrales Verzeichnis antiquarischer Bücher) zu finden sein.“

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