Google startet seine Warenhaus-Website Froogle und erleichert den Einstieg in Google Print // Mircosoft hebt eigene Suchmaschine ins Web // Amazon erweitert seine Suchmaschine A9.com und verstärkt den Druck auf die Käufer

Wenn uns eines auf den Wecker geht, dann sicherlich die E-Mails, die immer genau so anfangen: „Sparen Sie 32% …“, „Kaufen Sie jetzt…“, „Lösen Sie Ihren Einkaufsgutschein ein …“. Weltmeister im Verschicken solcher E-Mails sind zur Zeit gerade die Web-Warenhäuser Amazon http://www.amazon.de und E-Bay http://www.ebay.de. Wer Pech hat, so wie wir, ist dort registriert und hat somit kaum Chancen den Werbe-E-Mails zu entkommen, denn zu kaufen gibt es ja fast alles im Web. Die Frage ist nur: Wo und zu welchem Preis? Daran nun möchte auch die neue Produktsuchmaschine Froogle http://froogle.google.de, die Google http://www.google.de am Freitag ins Netz gehoben hat, mitverdienen. Gesucht wird nach beliebigen Produkten, auch Büchern – die Präsentation des Gefundenen beschränkt sich auf die üblichen Angaben (Name, Preis, Kategorie usw.), die Teilnahme für Händler ist kostenlos.

Seit gut 2 Jahren schon läuft Froogle in den USA, allerdings immer mit dem Zusatz „Beta“ [mehr…]. Froogle Deutschland umfasst, nach Angaben Googles, bereits einige 100 000 Produkt-Einträge von Händlern, darunter so grosse wie Quelle, Karstadt und Libri. Letzendlich also eine Massnahme um die vorhandenen Datenbestände der Händler zu verschlagworten bzw. zu indexieren und sie so auch der Suchmaschine Google selbst besser zugänglich zu machen. Wer wirklich nach günstigen Produkten sucht ist im Moment bei der Schwester der Suchmaschine Yahoo http://de.yahoo.com Kelkoo http://www.kelkoo.com oder auch bei einem Spezialsuchdienst wie z.B. Preistrend http://www.preistrend.de besser aufgehoben.

Google Print http://print.google.com hat inzwischen die Anmeldung und den Transfer für die Buchdaten erleichert. Kleinigkeiten, die allerdings den Verlagen, die sich an Google Print, das im Moment noch den englischsprachigen Verlagen vorbehalten ist, helfen werden.

Einen angeblichen Spezialsuchdienst hat Google für die Wissenschaftsverlage aus der Taufe gehoben: Google Scholar http://scholar.google.com, der vornehmlich akademische Quellen durchsuchen soll. Der neue Service („Beta“!), der auf den gleichen Grundlagen wie Google Print arbeitet, das heisst komplettes einscannen eines Printmediums zur Digitalisierung, umfasst jede Art (Buch, Zeitschrift, Anleitung usw.) fachwissenschaftlicher Literatur. Auch diese Daten werden natürlich dem Aufbau von Google Print zu Gute kommen.

Warum es Google im Moment recht eilig hat mit neuen Angeboten Schlüsselplätze im Web zu besetzen haben wir unser aller Freund, Bill Gates zu verdanken. Der hat Yusuf Mehdi, seinem Corporate Vice President, grünes Licht für die MSN eigene Internet-Suchmaschine gegeben: MSN Search http://search.msn.de. Eineinhalb Jahre hat die technische Entwicklung gedauert und rund 300 Millionen US verschlungen. Die Suchmaschine MSN Search, mit dem Google typischen Interface, steht nun in 11 Sprachen weltweit zur Verfügung („Beta“!). Die Ergebnisse sind noch recht mager, aber das kann sich schnell ändern. Schon einmal hatten wir die Situation, dass Mircosoft spät, aber gewaltig kam und den Web Browser Quasi-Monopolisten Netscape mit dem Mircosoft Internet Explorer wegdrückte.

Amazon http://www.amazon.com hat, ausser dem unablässigen Versenden von Werbe-E-Mails, im 3. Quartal sowohl Umsatz (1,46 Milliarden US-Dollar) als auch Gewinn (54,1 Millionen US-Dollar) gesteigert und ein bisschen was gearbeitet. So wurde, rechtzeitig vor Weihnachten, auf der deutschen Website http://www.amazon.de der Shop „Geschenke usw.“ eröffnet und die Amazon eigene Internet-Suchmaschine A9.com http://a9.com verbessert. A9.com, sicherlich eine der ausgefuchstesten Suchmaschinen im Web, kann nun auch in die Menüleiste eines Web-Browser’s integriert werden. Eine wichtige Maßnahme, um auf unseren (Computer)-„Schreibtisch“ zu gelangen.

Die besten Nachrichten zum Schluss: Bill Gates bleibt, laut Forbes-Liste http://www.forbes.com der reichste Amerikaner (ca. 48 Milliarden US-Dollar Privatvermögen), Jeff Bezos (Amazon) hält sich taper im oberen Mittelfeld, Platz 38 mit 4,3 Milliarden US-Dollar und erstmals mitspielen dürfen die beiden Google Gründer Larry Page und Sergey Brin, beide auf Platz 43, die Googles Börsengang zu Milliardären machte.

STEFAN BECHT
stefan@stefanbecht.de

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