INTERVIEW MIT: Nina Hugendubel zum heutigen DBH-Coup

Nina Hugendubel
Foto: Leonhardt

buchmarkt.de: Wie konnte die sicher nicht unaufwendige Vorbereitung der DBH GmbH wirklich bis zuletzt top secret bleiben?
Nina Hugendubel: Die Vorbereitungen sind auf den kleinsten Kreis beschränkt worden: Dr. Martin Beer (Leiter Unternehmensentwicklung Verlagsgruppe Weltbild), Carel Halff, meinen Bruder Maximilian und mich. Natürlich waren auch ein paar Wirtschaftsprüfer mit eingeweiht.

Was wird das Kartellamt dazu sagen?
Da hoffen wir auf Wohlwollen. Das Kartellamt sichtet die Unterlagen in den nächsten Wochen, aber da wir insgesamt bei einem Marktanteil von deutlich unter zehn Prozent bleiben, bin ich optimistisch.

Nach unseren Rechnungen haben Sie aber mit dem Umsatzvolumen Thalia jetzt überrundet?
Mit 672 Mio. Euro Umsatz allein in Deutschland ist das korrekt.

Ist die DBH als eine Art Pendant gegen die Marktmacht von Thalia geplant?
Wir haben keine Intention, etwas GEGEN jemanden zu unternehmen. Wir haben überlegt, was für uns das beste sein könnte. Die DBH ist ein ganz anderer Konstrukt als Thalia.

Der Name DBH ist nicht gerade sexy. Ist Ihnen da nichts besseres eingefallen?
Wir haben nach einem neutralen Namen gesucht, in dem auch keine der darin integrierten Firmen eine Rolle spielt. Was uns an klangvollen Namen eingefallen war, ist leider nicht eintragungsfähig, und so haben wir uns auf dieses Kürzel geeinigt. Aber die DBH wird auch in der Öffentlichkeit nicht auffällig werden – es ist die Finanzholding, und die muss nicht unbedingt sexy klingen…

Ein bisschen drängt sich der Eindruck auf, dass die DBH auch eine Gesellschaft ist, die in Zukunft Buchhandlungskäufe unternehmen wird. Ist in dieser Richtung etwas in Planung?
Wir sind für alle Angebote offen und hoffen natürlich, dass weitere Buchhandlungen hinzukommen werden. Wir haben auch schon Gespräche geführt, aber da ist es jetzt zu früh, um darüber schon zu sprechen.

Was schätzen Sie, wie wird sich die Branche durch Ihren Coup verändern?
Das lässt sich jetzt noch nicht sagen. Die Verlage, mit denen ich bislang gesprochen habe, haben sehr positiv reagiert. Wir bleiben ja dezentral organisiert und erhalten die alten Marken. Dadurch wollen wir die Vielfalt in der Buchhandelswelt bewahren.

Die Fragen stellte Ulrich Faure.

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