Buchhandlung Lempertz verschwindet nach 150 Jahren aus Bonn

Die Buchhandlung Lempertz, seit mehr als 150 Jahren ein Begriff in Bonn, wird zum Jahreswechsel aus dem Stadtbild verschwinden. Die Familie Heel, die das Geschäft 1996 von der Familie Kerp übernahm, gibt die theologische Fachbuchhandlung „aus privaten Gründen“ zum 31. Dezember auf. Das theologische Sortiment bleibe allerdings erhalten, so Geschäftsführerin Antje F. Heel zur „Kölnischen Rundschau“. Bouvier, Tochter der Thalia-Universitätsbuchhandlung, übernehme es – allerdings unter eigenem Namen und nicht mehr in den Räumlichkeiten Am Hof.

Zwei von sechs Mitarbeitern will Bouvier übernehmen, die restlichen vier gehen nach Königswinter. Dort, in der Buchhandlung Heel in der Hauptstraße, will die Familie die Edition Lempertz und „weitere Aktivitäten der Lempertz GmbH“ weiterführen.

Mit der Edition Lempertz knüpft die Familie Heel an eine verlegerische Tradition des Namensgebers Mathias Lempertz an. Ihm übertrug sein Bruder Heinrich im Dezember 1844 die Bonner Niederlassung eines Kölner Antiquariats. Seit 1854, heißt es weiter in der Chronik der Stadt Bonn, führte er diese unter eigenem Namen und erwarb sich „durch Versteigerungen bedeutender Gelehrten-Nachlässe großes Ansehen als Antiquar“. Die Kataloge für diese Auktionen verlegte er selbst, erzählt Antje F. Heel.

In ihrer Edition Lempertz gibt die Familie Heel regionale Buchtitel heraus, etwa Wanderführer und Historisches rund um den Bonner Raum, sowie seit 2003 Kalender über Köln, Bonn und das Siebengebirge. Zu den „weiteren Aktivitäten“ zählt Antje F. Heel das Merchandising. Die Lempertz GmbH stelle Produkte her wie Strandmatten, Kugelschreiber oder – aktuell für die Stadt Bonn – Becher mit Beethoven-Logo.

Kommentare (0)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.